Wallaby stirbt in Brüggen nach Rettungsversuchen
WDR. 02:21 Min.. Verfügbar bis 17.07.2028.
Ein Wallaby hat am Donnerstag in Brüggen-Lüttelbracht im Kreis Viersen für Aufsehen gesorgt, als es morgens durch eine Wohngegend gehüpft ist. Das Tier lief zunächst auf einem Privatgrundstück herum, bevor es über eine Hauptverkehrsstraße und auf ein angrenzendes Feld lief.
Känguru verstirbt offenbar an Herzinfarkt
Nachdem das Wallaby, ein mittelgroßes Känguru, eingefangen werden konnte, starb es offenbar beim Transport an einem Herzinfarkt. "Das war wahrscheinlich auch ein bisschen viel für das Tier", vermutet Stephan Kerren, der Besitzer des Natur- und Tierparks Brüggen. Bei der Hitze mache der Kreislauf das dann nicht lange mit.
Das Känguru hüpfte am Morgen durch Brüggen
An dem Rettungsversuch waren Mitarbeitende des Ordnungsamtes und Dennis Heidelberg von der Tierrettung Niederrhein beteiligt, teilt ein Sprecher der Gemeinde Brüggen auf Anfrage mit. Die Freiwillige Feuerwehr Brüggen unterstützte bei der Verkehrssicherung. Auch die Polizei war zunächst vor Ort, wurde vor dem Zugriff aber wieder abgezogen.
Känguru konnte schwer eingefangen werden
Man habe die Situation "fortlaufend bewertet", heißt es von der Gemeinde. Weil sich das Känguru viel bewegte, habe es eine Gefahr für den Straßenverkehr dargestellt. Ein Einfangversuch auf offenem Gelände sei ebenfalls nicht erfolgversprechend gewesen. Erst auf dem abgegrenzten Bereich der Biogasanlage Lüttelbracht konnte das Känguru eingefangen werden.
Brüggens Bürgermeister Marcel Johnen zeigte sich betroffen vom Tod des Wallabys: "Wir bedauern das sehr, mussten aber zum Schutz unserer Bürger und des Verkehrs schnell handeln". Eine Obduktion des Tieres soll es nicht geben.
Tierschützer will Polizei und Behörden anzeigen
Dennis Heidelberg von der Tierrettung Niederrhein erhebt schwere Vorwürfe. Er war zunächst mit vor Ort und wollte anders vorgehen.
"Wir haben uns mit Ordnungsamt und Polizei dazu entschieden, dass wir das Tier mit einer Distanznarkose sichern werden, tiergerechter und schonender, und ich habe erläutert, dass das Tier, wenn wir es weiter jagen, an einem Herzstillstand sterben kann." Dennis Heidelberg, Tierrettung Niederrhein
Tierschützer Dennis Heidelberg will Behörden anzeigen
In dem Glauben, dass das Känguru zunächst in Ruhe gelassen werde und Hilfe hinzu komme, habe er den Ort verlassen, sagt Dennis Heidelberg. Mitarbeitende des Ordnungsamts haben das Känguru dann aber eingefangen. Aus Sicht von Heidelberg war das vermutlich die Todesursache. Nun möchte er gegen die Beteiligten wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz klagen. Zudem kündigte die Tierrettung Niederrhein auf WDR-Anfrage an, die Umstände des Einsatzes prüfen zu lassen.
Herkunft unbekannt
Die Haltung von Wallabys ist in Deutschland genehmigungspflichtig. Entsprechend soll das Veterinäramt versucht haben herauszufinden, woher das Tier kam.
Das Amt habe Halter in der Region kontaktiert, um den Besitzer ausfindig zu machen - ohne Erfolg. Das Känguru sei auch nicht mit einem Chip versehen, der Auskunft über den Besitzer geben könnte, erklärte ein Gemeindesprecher.
Wallaby stirbt in Brüggen nach Rettungsversuchen
WDR. 00:19 Min.. Verfügbar bis 16.07.2028.
Unsere Quellen:
- Pressestelle Polizei Viersen
- Tierrettung Niederrhein e. V.
- Sprecher der Gemeinde Brüggen
- Gespräch mit Dennis Heidelberg von der Tierrettung Niederrhein
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Düsseldorf, 17.07.2026, 19:30 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Düsseldorf, 16.07.2026, 18:09 Uhr
Sendung: WDR.de, Wallaby hüpft durch Brüggen, 16.07.2026, 14:20 Uhr