Trockene Rheinauen in Wesel - Störche und Reiher finden kaum Nahrung

WDR 01:43 Min. Verfügbar bis 29.07.2028

Durststrecke für Wildtiere

In Wesel gehen Störche und Reiher leer aus

Stand:

Die Hitze lässt die Wasserquellen austrocknen. Eine Rheinaue in Wesel ist besonders betroffen.

Komplett abgegrast und knochentrocken ist der Boden der Auenlandschaft in Wesel. Normalerweise sind hier Schafe und Rehe unterwegs. Auch Störche und Reiher suchen hier im Wasser nach Nahrung.

Doch diese Tiere gehen hier gerade leer aus. "Denen fehlen die Kleinlebewesen, vor allem Larven", sagt Peter Malzbender vom Naturschutzbund (NABU) Wesel. Störche und Reiher müssten vor allem von Mäusen und anderen Nagern leben.

Die ausgetrocknete Rheinaue in Wesel | Bildquelle: WDR/Vanessa Wiebe

Bei Hitze verschlechtert sich Wasserqualität

Auch ein Kiebitz würde mit seinem filigranen Schnabel in dem harten Boden nichts zu fressen finden. Und wegen der anhaltenden Hitze verschlechtert sich die Wasserqualität der wenigen noch vorhandenden Feuchtgebiete, so der Naturschützer. Weniger Sauerstoff im Wasser verstärke die Algengefahr.

Die Tiere meiden solche Gewässer und müssen länger nach passender Nahrung suchen. "Der Klimawandel schreitet voran, der wird immer drastischer", mahnt Malzbender.

Der Boden der Auenlandschaft in Wesel ist knochentrocken. | Bildquelle: WDR/Vanessa Wiebe

Wasserschalen im Garten helfen Singvögeln

Einen Tipp hat er für alle, die helfen wollen: "Im Garten eine flache Schale mit Wasser füllen, einen Stein reinlegen, damit große Insekten nicht ertrinken", rät der NABU-Experte. Das macht die Hitze für durstige Singvögel erträglicher.

Unsere Quellen:

  • Gespräch mit Naturschützer Peter Malzbender, NABU Wesel
  • Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Duisburg, 29.07.2026, 19:30 Uhr