Fußballcamp für Ukrainer bietet kurze Auszeit

WDR 05:58 Min. Verfügbar bis 29.07.2028

Kindheit im Krieg

Fußballcamp für Ukrainer bietet kurze Auszeit

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Beim Fußballcamp in Wesel spüren 33 ukrainische Kinder wieder, wie sich Kindheit, Freiheit und unbeschwerter Spaß anfühlen. Der 13-jährige Yehor Leschchenko aus Samar ist einer von ihnen. Yehor und ein Organisator des Camps, Schahin Dietrich Sharif Pakdaman vom SuS Wesel, schildern ihre Eindrücke.

Wie hast du die vergangenen zehn Tage beim Fußballcamp erlebt?

Yehor Leschchenko: Ich fühle mich hier einfach geborgen. Das kann ich nicht oft genug wiederholen. In der Ukraine leiden wir im Moment alle unter der aktuellen Situation. Immer wieder ist Alarm zu hören. Über uns fliegen Drohnen und Raketen. Hier kann ich die Sommerferien genießen. Ich fühle mich hier wie in meiner Kindheit vor dem Krieg. Das tut mir und meinem Herzen gut. Ich habe Spaß und ich bin zufrieden.

Morgen geht es wieder zurück mit dem Bus in Richtung Ukraine. Was nimmst du mit?

Leschchenko: Ich nehme alle Emotionen von hier mit in die Ukraine. Mir gefällt hier einfach alles und ich möchte in Zukunft immer wieder hierherkommen.

33 Kinder aus der Ukraine nehmen an dem Fußballcamp teil. | Bildquelle: WDR/Jörg Conradi

Trainer Schahin Dietrich Sharif Pakdaman vom SuS Wesel hat die Aktion mit organisiert. Für ihn eine Herzensangelegenheit.

Wie kamen sie auf die Idee ein Fußballcamp für Kinder aus der Ukraine auf die Beine zu stellen?

Schahin Dietrich Sharif Pakdaman: Die Stadt Wesel hat zur Ausrichtung dieses Camps einen Partner gesucht. Da haben wir uns drauf beworben und dann den Zuschlag bekommen. Wir waren allerdings auch die Einzigen, die sich beworben hatten.

Sie haben also nicht lange überlegt, ob Sie das Camp ausrichten?

Pakdaman: Die Ereignisse hat jeder mitbekommen. Wir haben selbst Kinder, die hier im Verein spielen. Das war uns eine Herzensangelegenheit. Die Entscheidung ist innerhalb von fünf Minuten innerhalb des Vorstandes gefallen - ohne Gegenstimmen.

Was haben Sie an den Kindern in den zehn Tagen des Camps beobachtet?

Pakdaman: Ich glaube, man kann die Kinder nicht einfach alleine lassen. Sie wissen dann gar nicht, was Freiheit bedeutet. Hier können sie die erleben. Hier sehen sie, warum es so wichtig ist, dass ihre Eltern sich trotz aller Widrigkeiten vor Ort noch auflehnen. Dann haben wir mehr erreicht, als wir eigentlich wollten. Es ist für uns extrem wichtig, dass die Kinder hier abschalten konnten.

Schahin Dietrich Sharif Pakdaman sieht, wie die Kinder aufblühen. | Bildquelle: WDR/Jörg Conradi

Morgen ist das Camp vorbei?

Pakdaman: Leider Gottes. Das ist der tragische Teil. Das wird sicherlich auch im Nachgang bei uns das ein oder andere emotional bewirken. Sie sind als Gäste hergekommen und fahren als Freunde.

Die Interviews wurden geführt von WDR-Reporter Jörg Conradi.

Ukrainische Kinder im Fußballcamp in Wesel

WDR 29.07.2026 00:46 Min. Verfügbar bis 28.07.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Interviews des WDR-Reporters vor Ort
  • SuS Wesel

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Duisburg, 29.07.2026, 19:30 Uhr