Rätselhafte Katzenkrankheit: Tierpflegerin aus Voerde schlägt Alarm
Lokalzeit aus Duisburg . 24.07.2025. 02:39 Min.. Verfügbar bis 24.07.2027. WDR. Von Jörg Conradi.
Rätselhafte Katzenkrankheit: Tierpflegerin aus Voerde schlägt Alarm
Stand:
Katzenbabys haben erst Fieber und keinen Appetit. Dann sterben sie plötzlich. Eine Tierfreundin aus Voerde beobachtet seit zwei Jahren mysteriöse Krankheitsfälle. Jetzt berichten auch andere Pflegestellen in NRW von ähnlichen Fällen.
Sie sind kaum ein paar Wochen alt und sterben plötzlich. Katzenpflegerin Gabi Wettläufer aus Voerde im Kreis Wesel erlebt seit zwei Jahren immer häufiger Krankheitsverläufe bei Katzen, die sie sich nicht erklären kann. Die Kitten fressen nicht mehr, bekommen hohes Fieber und sterben dann oft innerhalb kurzer Zeit.
"Die Tiere zeigen ähnliche Symptome wie beim Parvovirus: sehr hohes Fieber, Futter einstellen", sagt Wettläufer. Tests auf das Parvovirus, das die sogenannte Katzenseuche auslösen kann, fallen negativ aus. Auch sonstige klinische Untersuchungen bleiben ohne Befund: "Kein Test schlägt an, es ist nichts nachzuweisen. Die haben auch keinen Durchfall, kein Erbrechen. Man merkt, die haben Hunger, aber sie schaffen es einfach nicht, selbstständig zu essen."
Erste kleine Hoffnung für Kitten
Beobachtet mysteriöse Todesfälle: Katzenpflegerin Gabi Wettläufer
Die betroffenen Katzenbabys sind meist zwischen acht und neun Wochen alt. Sie wurden, wie viele andere, kurz nach der Geburt im Tierheim Wesel abgegeben, dort aber schnell an Pflegestellen vermittelt. So wie zu Wettläufer, die sich seit 20 Jahren um Katzenbabys kümmert und viele Jahre das Tierheim in Wesel geleitet hat.
Einige Tiere zeigen leichte Besserung, berichtet sie: "Seit anderthalb Tagen haben wir einen leichten Erfolg. Unser Sorgenkind fängt jetzt langsam an, selbstständig zu fressen. Bis dahin musste ich ihn wirklich zwangsernähren, weil er freiwillig nicht zum Napf gegangen ist."
Berichte über seltsame Kitten-Krankheit aus ganz NRW
Trotz Pflege und tierärztlicher Betreuung sterben immer wieder Tiere. In einem besonders dramatischen Fall verendeten im Tierheim Wesel 20 Katzenbabys innerhalb weniger Tage - alle mit den gleichen Symptomen. Auch die behandelnde Tierarztpraxis hat bisher keine Erklärung. Proben sind inzwischen ins Labor geschickt worden, die Hoffnung ruht auf eindeutigen Ergebnissen.
Inzwischen hat sich das Problem offenbar ausgeweitet. Pflegestellen aus Duisburg, Kalkar und Bocholt haben sich bei Wettläufer gemeldet. Auch dort gibt es ähnliche Krankheitsverläufe bei Katzenbabys. Eine Ursache? Unklar. "Viele sagen auch, es ist manchmal schrecklich, wenn man morgens aufsteht und erstmal gucken geht, welches Tier noch lebt und welches nicht mehr", sagt Wettläufer. Was die Lage so dramatisch macht: "Abends haben die noch gespielt und waren munter - und morgens liegen sie tot in der Ecke."
Erst Impfung, dann neues Zuhause
Trotz aller Rückschläge gibt Wettläufer nicht auf. Ihr Ziel: die kleinen Katzen wieder richtig aufpäppeln und gesund in ein neues Zuhause vermitteln. Doch das kommt erst infrage, wenn die Tiere stabil sind. "Die müssen richtig fit sein, kontinuierlich fressen, spielen, toben. Ich muss über Tage hinweg das Gefühl haben, dass es denen gut geht. Und wenn sie dann die erste Impfung auch noch gut überstehen – dann dürfen sie in eine neue Familie ziehen. Aber vorher nicht."
Unsere Quellen
- Tierpflegerin Gabi Wettläufer
- WDR-Reporter vor Ort