"Der Irankrieg war unser Todesstoß" sagt Trützschler Betriebsrat-Vorsitzender Thomas Peltzer im Gespräch mit dem WDR. Es hätten einfach zu viele Auftraggeber in den vergangen Monaten ihre Bestellungen stornieren müssen, erklärt der Gewerkschaftler im Gespräch mit dem WDR. Einzig auf die Unternehmensstandorte in China und Indien hätte die aktuelle Weltlage weniger starke Auswirkungen gehabt.
Produktionsaus in Mönchengladbach?
Wie die Rheinische Post zuerst berichtete, drohe dem Produktionsstandort des Textilmaschinen-Unternehmens in Mönchengladbach daher nun das komplette Aus. Das Unternehmen bestätigt die Entwicklung: "Die Produktion am Standort Mönchengladbach zu schließen, war eine gemeinsame Entscheidung der Unternehmerfamilie, des Vorstandes und des Aufsichtsrats", sagt Unternehmenssprecherin Bettina Temath. Demnach sollen etwa 200 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren.
Dabei waren über freiwillige Sozialpläne im Herbst und im Frühjahr bereits um die hundert Stellen am Standort Mönchengladbach abgebaut worden. Offenbar nicht genug, um den Herausforderungen der Weltlage begegnen zu können.
Kostendruck und fehlende Wettbewerbsfähigkeit
Laut Unternehmensangaben wird die Auftragslage schon seit längerer Zeit immer schwächer. Vor allem klassische Textilmärkte wie die Türkei, Indonesien und Pakistan schwächeln. Durch die Iran-Krise sei die Situation zuletzt weiter eskaliert.
Hinzu kommt ein hoher Wettbewerbsdruck. Die Preise, die in Mönchengladbach für Textilmaschinen verlangt werden mussten, seien nicht mehr konkurrenzfähig gewesen. Trotz Maßnahmen wie Kurzarbeit und Prozessoptimierungen habe sich die Lage nicht stabilisieren lassen.
Produktionsaus "völlig überraschend"
Trotzdem kommt das mögliche Produktionsaus auch aus Sicht der IG Metall in Mönchengladbach "völlig überraschend", wie deren Geschäftsführer Frank Taufenbach sagt. Gemeinsam mit einem Anwaltsteam und dem Betriebsrat werde die Gewerkschaft ab Ende der Woche mit der Trützschler Geschäftsführung über einen "fairen" Sozialplan verhandeln.
Zwei Abteilungen bleiben erhalten
Von dem Unternehmen heißt es, ab dem 1. Juli würden keine Textilmaschine mehr das Werk in Mönchengladbach verlassen. Neue Bestellungen werden künftig über andere Standorte abgewickelt - vor allem in China, Indien und Brasilien, wo die Geschäftslage stabiler sei.
Ganz verschwindet Trützschler aus Mönchengladbach jedoch nicht. Der Standort soll als Unternehmenszentrale bestehen bleiben. Außerdem sind ein Technikum sowie die Abteilungen Service, Entwicklung und Elektronik weiterhin vorgesehen. Insgesamt sollen rund 300 Arbeitsplätze erhalten bleiben.
Unsere Quellen:
- Rheinische Post
- Trützschler
- Betriebsrat Trützschler
- IG Metall
Sendung: WDR.de, Produktionsaus bei Trützschler in Mönchengladbach, 23.06.2026, 14:36 Uhr