Fabian Abels mussten nach einer Infektion Arme und Beine amputiert werden
Bildquelle: WDRKonzentriert rennt Fabian Abels die Bahn in der Sporthalle entlang. Die speziellen Laufprothesen, die er an beiden Beinen trägt, federn bei jedem Schritt. Seine Arme enden in Manschetten, da, wo normalerweise Hände sind. "Die Blades fühlen sich so an, als wenn man die ganze Zeit auf einem Trampolin ist, als würde man auf den Zehenspitzen laufen," sagt der 16-Jährige aus Mönchengladbach. An das Gefühl muss er sich noch gewöhnen.
Sepsis nur knapp überlebt
Im März 2023 hat der damals 14-Jährige eine scheinbar harmlose Erkältung. Die Ärzte gehen von einer Grippe aus. Aber es geht ihm immer schlechter, er muss ins Krankenhaus. Es stellt sich heraus: Es ist eine Blutvergiftung durch eine Streptokokkeninfektion. Fabian erleidet einen septischen Schock, muss mehrfach wiederbelebt werden. Dann werden seine Arme und Beine schwarz. Die einzige Rettung ist eine Amputation.
An einer Sepsis - auch Blutvergiftung genannt - sterben in Deutschland jedes Jahr 85.000 Menschen, so das Aktionsbündnis Patientensicherheit. Damit ist sie eine der häufigsten Todesursachen. Bei einem septischen Schock versagen Kreislauf und Organe als Folge der Blutvergiftung. Hier endet mehr als die Hälfte aller Fälle tödlich.
Mit Prothesen zurück in die Schule
Aber Fabian lebt, das ist alles, was zählt. "Es gibt nichts, außer weiterzumachen", sagt er nach dem ersten Schock und lernt, mit den Prothesen umzugehen. "Eine Flasche aufdrehen oder eine Zange richtig greifen. Komplizierte Dinge gehen aber nicht, weil die Prothesenhände da ans Limit kommen."
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Anfang dieses Jahres schafft Fabian einen weiteren Meilenstein: Er kann wieder zur Schule gehen. Freunde und Lehrer helfen ihm dabei, haben das Klassenzimmer extra ins Untergeschoss verlegt. Mit einem Stift zu schreiben, klappt schon ganz gut. Und Fabian will weiterkämpfen. Sein Ziel: Seinen Alltag wieder selbstständig meistern und Leistungssportler werden. "Das Laufen ist natürlich anstrengend. Aber es ist schon etwas Besonderes für mich", sagt Fabian. Beim Laufen kann er seinen Kopf ausschalten und sich nur auf sich selbst konzentrieren.
Über dieses Thema haben wir auch am 03.07.25 im WDR Fernsehen berichtet: Lokalzeit aus Düsseldorf, 19.30 Uhr.
