Feuerwehr Grevenbroich hilft im Hürtgenwald
Bildquelle: WDR/Frank BüsdorfWDR. 00:40 Min.. Verfügbar bis 18.08.2028.
Die Waldbrände sind eingedämmt, doch Brandherde und Glutnester entfachen die Feuer immer wieder aufs Neue.
Bildquelle: Freiwillige Feuerwehr GrevenbroichEs ist das größte Feuer in der Geschichte Nordrhein-Westfalens. Seit über einer Woche brennt der Hürtgenwald bei Düren, insgesamt auf über 300 Hektar. Mittlerweile ist der Brand unter Kontrolle - dank des unermüdlichen Einsatzes der Feuerwehrleute. Unter ihnen waren täglich auch 17 Feuerwehrler aus Grevenbroich.
"Meine Tochter hatte sehr viel Angst um Papa"
Das Löschen war schwierig und gefährlich - Das wussten auch die Angehörigen, die die Situation von zuhause in den Medien verfolgt haben. "Für meine Frau war schon klar, dass ich helfen muss. Sie wusste, worauf sie sich einlässt", erzählt Sascha Wrangel, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Grevenbroich und Helfer im Hürtgenwald.
Die freiwillige Feuerwehr Grevenbroich war als Unterstützung bei der Brandbekämpfung im Hürtgenwald.
Bildquelle: Freiwillige Feuerwehr GrevenbroichTrotzdem war die Erleichterung wohl groß, als der 34-jährige nach gut vier Tagen wieder nach Haus kam - besonders bei seiner Tochter. Sie hatte sich besonders um ihren Papa gesorgt, sagt Wrangel.
Einsatz unter extremen Bedingungen
"Durch die Winde, die sich gedreht haben, war es schon sehr gefährlich", erzählt Feuerwehrmann Josef Bremer. Er stammt ebenfalls aus Grevenbroich und hat vor Ort geholfen die meterhohen Flammen zu löschen. Für ihn und seine Kollegen war der Einsatz besonders anstregend: Das Gelände im Wald ist unwegsam, pro Schicht wurden viele Höhenmeter zurückgelegt.
Feuerwehrmann Josef Bremer aus Grevenbroich
Bildquelle: WDRUnd auch die Temperaturen machten bei so einem Einsatz zu schaffen, erzählt der 37-jährige, der neben seiner ehrenamtlichen Arbeit bei der Feuerwehr Landwirt ist. Angst habe er nicht gespürt, meint Bremer, aber sehr großen Respekt vor dem Feuer. Trotzdem ist für ihn klar: Er würde wieder in so einen Einsatz gehen, um den Leuten zu helfen.
"Man würde es auf jeden Fall nochmal machen, um den Leuten da zu helfen. Weil die Dankbarkeit der Leute war sehr groß." Josef Bremer, Freiwillige Feuerwehr Grevenbroich
Knapper Kampf gegen die Flammen
Auch für die Anwohner bestand teils schon Gefahr, erzählt sein Kollege Florian Reimer, ebenfalls Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Ihnen konnte geholfen werden, aber das Bild habe sich eingebrannt. Bis zu zweieinhalb Meter hohe Flammen, Gartenzäune und Lauben haben gebrannt.
Im Hürtgenwald wird jede Unterstützung benötigt.
Bildquelle: Freiwillige Feuerwehr Grevenbroich"Es war sehr dramatisch und von der Zeit her schon brenzlig für die Häuser", so beschreibt es der 31-jährige. Zwar kannten sie als Feuerwehrleute auch große Brände und Vegetationsbrände, in diesem Ausmaß aber noch nicht, so Reimer.
Feuerwehr Grevenbroich hilft im Hürtgenwald
Bildquelle: Freiwillige Feuerwehr GrevenbroichWDR. 02:20 Min.. Verfügbar bis 18.08.2028.
Alle wohlauf zurück in Grevenbroich
Einige Fahrzeuge reisten an, um die Einsatzkräfte im Hürtgenwald zu unterstützen.
Bildquelle: Freiwillige Feuerwehr GrevenbroichBereits am Freitag machten sich die Einsatzkräfte mit zwei Löschfahrzeugen auf den Weg. Jeweils 17 Feuerwehrleute aus Grevenbroich unterstützten in 24-Stunden-Schichten ihre Kollegen der anderen Feuerwehren bei dem Großbrand im Hürtgenwald. Der Einsatz dauerte bis Montag. Anschließend kehrten alle Einsatzkräfte wohlauf zurück.
Die freiwillige Feuerwehr Grevenbroich hilft im Hürtgenwald bei der Brandbekämpfung.
Bildquelle: Freiwillige Feuerwehr GrevenbroichDer Einsatz erfolgte im Rahmen des Katastrophenschutzkonzeptes NRW. Grevenbroich ist dabei teil der Bezirksregierung Düsseldorf, zu der außerdem Einsatzkräfte aus dem Rhein-Kreis Neuss, dem Kreis Mettmann und Düsseldorf. Die Helfer aus Grevenbroich bilden gemeinsam mit anderen Kollegen aus dem Rhein-Kreis Neuss, dem Kreis Mettmann und Düsseldorf ein Bereitschaftsteam von insgesamt fünf im Regierungsbezirk Düsseldorf.
Neue Einsatzkleidung
Die Einsatzkräfte bekommen spezielle Brandschutzkleidung, welche deutlich leichter und atmungsaktiver ist, als die Übliche.
Bildquelle: Freiwillige Feuerwehr GrevenbroichUm in Zukunft bei solchen Einsätzen besser aufgestellt zu sein, stattet die Feuerwehr in Grevenbroich ihre Leute mit anderer Kleidung aus. Denn: Bei einem Waldbrand behindert eine schwere, schützende Kleidung, die bei Bränden in Innenräumen wichtig ist. "Hier ist eine atmungsaktive Kleidung wichtig, die um Längen dünner ist und leichter zu tragen, um den Einsatzkräften die notwendigen Reserven zu geben, körperlich dieser Herausforderung gewachsen zu sein", erklärt erklärt Christian Koch von der Berufsfeuerwehr Grevenbroich.
Denn größere Waldbrände werden für die Feuerwehren im Land wohl immer häufiger zum Thema werden.
Unsere Quellen:
- Feuerwehr Grevenbroich
- Freiwillige Feuerwehr Grevenbroich
- WDR-Reporter vor Ort
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Düsseldorf, 18.08.2026, 18.09 Uhr
