Schon in den vergangenen Tagen sind die Spritpreise an den Tankstellen deutlich nach oben geschnellt. Grund ist das offizielle Ende des Tankrabatts zum 30. Juni. Durch den Wegfall der Steuersenkung gab es Preissprünge von etwa 10 bis 15 Cent pro Liter. Jetzt sind viele besorgt. Denn nach erneuten US-Angriffen auf den Iran sind die Ölpreise abermals gestiegen.
Laut US-Präsident Donald Trump kletterte ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August auf 78,50 US-Dollar. Damit legte der Preis der globalen Referenzsorte auf knapp sechs Prozent zu.
Preisanstieg an den Tankstellen am Mittwochmittag
Und auch an den Tankstellen wird es teurer: Schon am Mitwoch waren an den Tankstellen in NRW die Preise leicht gestiegen. Um 11.39 Uhr lagen sie noch bei 2,03 (Super E5), bei 1,98 (Super E10) und bei 1,90 (Diesel).
Am Nachmittag um 16.34 Uhr betrugen die Preise 2,05 Euro (Super E5), 1,99 (Super E10) und bei 1,91 (Diesel).
ADAC führt Anstieg auf Ende des Tankrabatts zurück
Müssen wir jetzt kurzfristig damit rechnen, dass das Tanken spürbar teurer wird? Der Anstieg des Rohölpreises werde sicherlich nicht folgenlos bleiben, hieß es seitens ADAC gegenüber dem WDR. In welchem Ausmaß sich jedoch die Verteuerung bei den Kraftstoffpreisen niederschlägt, kann der ADAC aktuell nicht beurteilen. "Wir sehen zwar einen deftigen Anstieg der Kraftstoffpreise im Vergleich zur Vorwoche, dies ist jedoch auf das Ende des Tankrabatts vor einer Woche zurückzuführen“, so der ADAC.
WDR-Wirtschaftsexperte Ulrich Ueckerseifer sagte, sollten bereits aktuell die Spritpreise in die Höhe schnellen, wäre dies eine "Frechheit" seitens der Tankstellenbetreiber. Denn der Sprit, den sie aktuell verkauften, sei ihnen längst geliefert worden. Insofern wären die gestiegenen Spritpreise mit den aktuell gestiegenen Rohölpreisen nicht begründbar.
Folgen von Krisen und Kriegen auf den Rohölpreis sind oft erheblich
Außerdem sind die Rohölpreise von über 100 Dollar pro Fass zwischenzeitlich auf etwa 70 Dollar gefallen. Dies hätten die Tankstellenbetreiber nur zum Teil an die Kunden weitergegeben, kritisiert Ueckerseifer.
Ob in den kommenden Wochen die Spritpreise steigen – vor allem, wenn die Lage zwischen den USA und dem Iran weiter eskaliert und keine Schiffe die Straße von Hormus passieren können? Der ADAC hält sich mit Prognosen zurück. Der Rohölpreis sei zu volatil und die Folgen von Krisen und Kriegen auf den Preis seien meist erheblich. Das habe man auch in den vergangenen Monaten nach Ausbruch des Irankriegs gesehen.
Steigende Spritpreise sind nicht auszuschließen
WDR-Wirtschaftsexperte Ueckerseifer schließt steigende Spritpreise nicht aus. Allerdings würden sie vermutlich nicht mehr so stark nach oben schnellen wie in den vergangenen Monaten, denn die Märkte passten sich zunehmend an. Aber es werde bei einem anhaltenden Krieg im Nahen Osten den Menschen beim Tanken finanziell weh tun.
Sollte sich die Lage wieder beruhigen, müsste es laut ADAC auch auf dem Kraftstoffmarkt wieder eine Preisdämpfung geben. Eine Einschätzung, der sich Ueckerseifer anschließt.
Unsere Quellen:
- ADAC auf WDR-Anfrage
- WDR-Wirtschaftsexperte Ulrich Ueckerseifer
Sendung: WDR.de, Wird das Tanken schon wieder teurer? 08.07.2026, 20.44 Uhr