Die vier sollen Teil einer Bande gewesen sein, die mit einer speziellen Masche Geld und andere Vermögenswerte von ihren Opfern erbeutet haben soll. Die Staatsanwaltschaft spricht von einer Dreiteilung der Aufgaben. Damit sollen Betroffene gezielt unter Druck gesetzt worden seien.
Der sogenannte "Keiler" habe die mutmaßlichen Opfer angerufen, um sie vor einer bevorstehenden Straftat – etwa einem Raub – zu warnen. Der "Logistiker" soll nach einem erfolgreichen Anruf einen "Abholer" losgeschickt haben, um die Vermögenswerte von den Betroffenen abzuholen.
Rentnerin um 250.000 Euro betrogen?
Diese hätten wiederum geglaubt, sie hätten mit der echten Polizei gesprochen. So soll die Bande das Vertrauen aufgebaut und schließlich missbraucht haben. Bei einer Rentnerin aus Ascheberg hätten die falschen Polizisten knapp 250.000 Euro ergaunert. Bei ihr soll die Masche zweimal funktioniert haben.
Zunächst habe die Frau rund 14.000 Euro übergeben. Die Bande habe sie dann dazu aufgefordert, Bargeld in Höhe von 235.000 Euro, das sie in ihrem Haus hatte, in Gold umzutauschen und ebenfalls zu übergeben. Beim dritten Anruf wurde die Frau misstrauisch und alarmierte die Polizei.
Urteil soll Ende März fallen
Alle Angeklagten wollen sich zu den Vorwürfen vor Gericht äußern.
Die drei Männer (22, 23 und 25 Jahre alt) aus Münster und ein 22-Jähriger aus Drensteinfurt sitzen in Untersuchungshaft. Ihnen drohen lange Haftstrafen.
Nach Verlesung der Anklage am Mittwochvormittag (15.1.2026) hatten die Verteidiger der Angeklagten angekündigt, dass sich alle zu den Vorwürfen äußern werden. Einer hat zudem ein Geständnis angekündigt.
Die Staatsanwaltschaft hatte zudem angekündigt, den Schaden von insgesamt 300.000 Euro von ihnen einziehen. Ein Urteil soll nach acht Verhandlungstagen Ende März fallen.