In Lennestadt soll das Gremium beispielsweise abgeschafft werden. Der Grund: Viele ältere Schüler sind unter anderem studieren gegangen, es gab zu viele Umbrüche - dazu kam die Corona-Pandemie.
"Infolgedessen sank die Beteiligung (…), was letztlich zum völligen Stillstand führte", schreibt die Stadtverwaltung in einer Vorlage an den Rat am 8. Juli.
Lennestadt kein Einzelfall
So ähnlich hat es Werdohl erlebt. Es gab zu wenig Nachwuchs - das Jugendparlament wurde abgeschafft. Seitdem geht die Stadt im Märkischen Kreis einen anderen Weg.
"Wir haben nicht mehr eine feste politische Gruppe", erklärt Stadtjugendpflegerin Anna Reith. "Sondern wenn Themen anstehen, die für Jugendliche wichtig sind, werden Arbeitskreise eingerichtet." Auch Lennestadt will diesen Weg gehen - weg von festen Sitzungen.
Vielmehr sollen Jugendliche künftig eigenständig Projekte planen und sie - unterstützt von Experten - umsetzen.
Engagement muss etwas bringen
Auch in Iserlohn gibt es kein klassisches Jugendparlament mehr, sondern einen Kinder- und Jugendrat. Statt regelmäßiger politischer Sitzungen veranstalten die jungen Mitglieder zum Beispiel Frühstücke mit einem bestimmten Thema und haben im Mai 2024 das Jugendcafé "YOU" eröffnet.
"Die Kinder müssen merken, dass auch etwas dabei herumkommt, wenn sie sich engagieren", findet die Kinder- und Jugendbeauftragte Petra Lamberts. Es gibt aber auch Beispiele von gut laufenden klassischen Jugendparlamenten in Südwestfalen.
In Brilon arbeiten laut Stadtverwaltung bis zu 15 Mitglieder aktiv mit. Sie treffen sich monatlich zu einer Sitzung. Man fühle sich von Verwaltung und Politik gehört und respektiert.
Kaum noch Interesse: Jugendparlamente in Südwestfalen vor dem Au
Bildquelle: WDRWDR Studios NRW. 02.07.2025. 00:44 Min.. Verfügbar bis 02.07.2027. WDR Online.
Das Jupa in Siegen trifft sich zwei bis drei Mal im Jahr und organisiert darüber hinaus immer wieder Events - beispielsweise im April noch ein Jugendforum. Dort ging es um Themen wie Antisemitismus, Umweltschutz und Künstliche Intelligenz.
Unsere Quellen:
- Eigenrecherche des Reporters