Weit entfernt - Dreharbeiten vor dem Kaiserpalais.
Bildquelle: WDR / Noah BrümmelhorstHape Kerkeling-Film : Geheimnisvolle Dreharbeiten im Kurpark von Bad Oeynhausen
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Im Kurpark von Bad Oeynhausen wird für einen Kinofilm über die Familiengeschichte von Hape Kerkeling gedreht. Historische Kostüme, Kutsche und Pferde inklusive. Doch wer wissen will, was genau vor der Kamera passiert, braucht vor allem: Geduld und gute Augen. Die Filmproduktion schirmt sich ab.
Es ist ein sonniger Tag in Bad Oeynhausen. Der Kurpark liegt im besten Licht. Vor dem Kaiserpalais blühen die Beete, Besucher wollen in den Kurpark.
Und dann sind da die Menschen, die nicht so recht in dieses Bild passen: Sicherheitsleute stehen an den Zugängen zum zentralen Bereich des Kurparks. Sie beobachten die Besucher, weisen Passanten zurück.
Filmset weiträumig abgesperrt
Wer sich dem Filmset nähert, kommt nicht weit. Denn hier wird gerade Filmgeschichte produziert. Oder zumindest ein kleiner Teil davon. Für die Familiengeschichte von Hape Kerkeling wird Bad Oeynhausen bis Dienstag, 8. September zur Kulisse. Der Titel des Films: "Gebt mir etwas Zeit". Am Freitag (11. September) wird an den Externsteinen gedreht.
Der historische Teil der Geschichte spielt Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Kurpark soll dabei das böhmische Marienbad darstellen. Kerkelings Großmutter Bertha soll damals dort geboren worden sein.
Am Kurpark schaut ein Mann dem Filmteam bei der Arbeit zu.
Bildquelle: WDR / Noah BrümmelhorstRegieanweisungen zu hören
Am Filmset herrscht Konzentration. Kabel liegen auf dem Boden, Monitore stehen bereit, Licht und Kameratechnik sind aufgebaut. Dann kommt eine Ansage über einen Lautsprecher, wahrscheinlich aus der Regie: "Drei - zwei - eins." Ein Sicherheitsmitarbeiter duckt sich unter einen Busch. Es wirkt fast komisch.
Aber offenbar ist es ernst: Für die Aufnahme soll möglichst niemand zu sehen sein, der nicht in diese vergangene Zeit gehört. Das Kaiserpalais selbst sieht dagegen schon aus, als könnte es problemlos hundert Jahre zurückversetzt werden.
Szene wird gedreht
Zwei Fahrräder fahren vor dem Kaiserpalais vorbei. Daneben rollt ein Kamerawagen. Die Szene wird wiederholt. Noch einmal. Und noch einmal.
Für die Zuschauer ist es nur ein kurzer Moment. Für die Filmcrew offenbar ein exakt geplanter Ablauf, der so lange wiederholt wird, bis alles stimmt. Was genau später davon auf der Kinoleinwand zu sehen sein wird, bleibt vorerst offen. Überhaupt ist an diesem Tag wenig herauszubekommen.
Produktionstechnik steht vor dem Kurpark.
Bildquelle: WDR / Noah BrümmelhorstKomparsen schlüpfen in alte Kleidung
Vor der historischen Fassade steht die Filmtechnik, daneben wahrscheinlich Komparsen, die von einer Mitarbeiterin eingewiesen werden. Frauen tragen Hüte, Männer elegante Anzüge. Alles wirkt sehr aufwendig, sehr geschniegelt, fast ein bisschen wie im Zirkus.
Die Anweisungen an die Komparsen sind deutlich. Eine Mitarbeiterin sagt: "Wenn jemand ein Foto von euch macht, sagt ihr 10 Euro." Alle lachen. Wahrscheinlich soll damit vor allem eines klargemacht werden: Fotografieren und fotografiert werden ist nicht erwünscht.
Park-Besucher sind neugierig
Die Neugier der Kurparkbesucher ist trotzdem groß. Immer wieder bleiben Menschen stehen. Immer wieder müssen Passanten abgewiesen werden. Manche versuchen es mit einem Foto, andere schauen einfach nur.
"Ich bin überrascht, was für ein Aufwand betrieben wird." Passant im Kurpark
Zwei Urlauber sind enttäuscht, dass sie den Kurpark wegen der Dreharbeiten nicht wie geplant besuchen können. Gleichzeitig haben sie Verständnis dafür, dass eine Filmproduktion für ihre Arbeit Platz braucht.
Hinweis auf Dreharbeiten
Bildquelle: WDR / Noah BrümmelhorstVerschwiegenheits-Verträge vereinbart
Die Tourist-Information hält sich bedeckt. Auf die Frage nach den Dreharbeiten heißt es nur: "Wir haben einen Vertrag und dürfen leider nichts sagen." Auch aus dem GOP Varieté im Kurpark kommt kaum mehr heraus. Die stellvertretende Direktorin möchte nicht ins Detail gehen. Einen Eindruck kann sie sich aber nicht verkneifen: "Das ist schon sensationell, dass hier gedreht wird." Sie sei beeindruckt von der Professionalität der Produktion.
Was kommt wohl bei all dem Trubel am Ende raus? Eine wahrscheinlich beeindruckende historische Inszenierung - selbst Schimmel warteten geduldig in einem Anhänger, davor eine Kutsche. Viel mehr braucht es nicht, um sich vorzustellen, wie der Kurpark auf der Leinwand aussehen könnte.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Kristina Schaar, stellvertretende Direktorin GOP Varieté Bad Oeynhausen
- Gespräch mit der Tourist-Info Bad Oeynhausen
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Ostwestfalen und Lippe, 07.09.2026, 13:30 Uhr
