Besser für Krebs-Patienten: Operationen mit dem Roboter
Bildquelle: WDR / Theo Knepper2 Min. 35 Sek.. Verfügbar bis 07.11.2027.
Es wirkt immer noch wie Science-Fiction: Roboterarme bewegen sich wie von Geisterhand gesteuert über dem Operationstisch. Der Patient hat Prostata-Krebs, das Organ muss raus.
Dr. Gregor Halbert sitzt anderthalb Meter entfernt an einer Konsole und blickt mit 3D-Optik direkt in den Bauchraum seines Patienten. Mit Handgriffen und Fußtasten steuert er spezielle Eingriffsinstrumente, die durch winzige Schnitte in den Körper ragen.
Schonendes Operationsverfahren
„Wir können so sehr präzise operieren“, sagt der Chefarzt der Urologie am Krankenhaus Lübbecke. Bei einer Prostata-Entfernung sei das besonders wichtig. Rund um das Organ liegen empfindliche Nerven, die für die Kontinenz und die Erektionsfähigkeit wichtig sind. Die darf er keinesfalls beschädigen.
Der Urologe Dr. Gregor Halbert steuert den Operationsroboter von einer Konsole aus
Bildquelle: Theo KnepperSeit drei Jahren bietet der 38-jährige Urologe solche Operationen an. Und schnell wurde der Krankenhausstandort der Mühlenkreiskliniken zum Booster für roboter-assistierte Eingriffe. Inzwischen gibt es die neue Technik auch am Klinikum Minden. An der Uni-Klinik leitet Prof. Hansjürgen Piechota das Interdisziplinäre Zentrum für roboter-assistierte Chirurgie (IZR).
Seit die Technik am Start ist, lassen sich vermehrt Patienten hier operieren. Prof. Hansjürgen Piechota,
Leiter des Interdisziplinären Zentrums für roboter-assistierte Chirurgie, Klinikum Minden
Piechota hatte beobachtet, dass öfter Patienten von den Mühlenkreiskliniken an andere Krankenhäuser abgewandert sind. An Häuser, die frühzeitig einen Operationsroboter eingesetzt haben, etwa Gronau im Münsterland oder weit entfernte Kiniken in Hamburg oder Jena.
Roboter-assistiertes Operieren Teil der Mediziner-Ausbildung
Junge Ärztinnnen und Ärzte sowie Studierende lernen frühzeitig das Operieren mit dem Roboter.
Bildquelle: Theo KnepperDie Mühlenkreiskliniken hätten die Angebotslücke rasch geschlossen und forcieren nun das roboter-assistierte Operieren. In Lübbecke und Minden nutzen auch Allgemein-Chirurgen, Neuro-Chirurgen und Gynäkologen die neue Technik. HNO-Ärzte und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen stehen in den Startlöchern. Junge Ärzte und Studierende werden konsequent an die neue Technik herangeführt.
Patienten werden schneller fit
Dass die Patientinnen und Patienten vom roboter-assistierten Operieren profitieren, zeigt sich bereits bei der Anschluss-Heilbehandlung. Die Reha-Klinik Bad Oexen in Bad Oeynhausen versorgt Menschen nach Krebs-Operationen.
Die Eingriffsinstrumente an den Roboterarmen können von den Chirurgen präzise gesteuert werden.
Bildquelle: Theo Knepper„Patienten, die mit dem Roboter operiert wurden, haben kleinere Schnitte, weniger Schmerzen und weniger Wundinfektionen“, sagt Chefarzt Dr. Volker König. Viele könnten nach der Reha in den Beruf zurückkehren, Frühverrentungen nach einer Tumorentfernung seien seltener.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Mühlenkreiskliniken