Der Angeklagte mit seinen Verteidigern Henning Jansen und Christina Peterhanwahr.
Bildquelle: WDRZu Beginn des Prozesses heute Vormittag wurden Fotos aus der Wohnung gezeigt, also vom Tatort. Auch die besagte Tiefkühltruhe mit der Leiche darin. Im Gerichtssaal wurde es ganz still.
Während des ersten Verhandlungstages gibt es auch mehr Informationen zum Angeklagten vom Sachverständigen Dr. Oliver Dollase. Er sei lange Zeit an der Förderschule gewesen, habe den Hauptschulabschluss nachgträglich gemacht. Sein Vater soll ihn geschlagen und sexuell missbraucht haben. Der Angeklagte soll diverse Jobs in Deutschland, Österreich und der Schwerz als Saisonarbeiter und im Garten- und Landschaftsbau gehabt haben.
Tat in Bielefeld: Freundin wohl geschlagen und erwürgt
Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat den mutmaßlichen Täter wegen des Verdachts des Totschlags angeklagt. Dieser Tatvorwurf drückt nicht ansatzweise das Ausmaß der Grausamkeiten aus, zu denen es im April in einer Bielefelder Wohnung gekommen sein soll.
Am 03. April 2026 schlägt der 33-jährige T. seiner Lebensgefährtin offenbar zunächst einen gläsernen Krug oder eine Vase auf den Kopf. Dann sticht er sie mit einem Messer in den rechten Oberarm. Anschließend hält er ihr wohl Mund und Nase zu und erwürgt seine 28 Jahre alte Freundin.
Die Tat passierte im April dieses Jahres.
Bildquelle: Christian MüllerBruder findet Leiche der Schwester in Tiefkühltruhe
Der Bruder der getöteten Frau kann sie mehrere Tage lang nicht erreichen. Er sucht sie, auch in ihrer Wohnung. In der Gefriertruhe macht er nach neun Tagen eine schreckliche Entdeckung: dort liegt die tiefgefrorene Leiche seiner Schwester.
Der Bruder fand das Opfer in der Gefriertruhe.
Bildquelle: Christian MüllerDer Tatverdächtige ist verschwunden. Die Polizei bildet eine Mordkommission. Die fahndet intensiv nach dem Lebensgefährten des Opfers. Ende April wird er in Frankfurt am Main festgenommen. Bei seiner Vernehmung gibt der 33-Jährige zu, seine Freundin getötet zu haben. Allerdings will er in Notwehr gehandelt haben. Die beiden hätten Streit gehabt. Sie sei handgreiflich geworden und habe ihn angegriffen.
Beziehung mit psychischen Problemen Drogen und Gewalt
Auch das Landgericht und die Staatsanwaltschaft Bielefeld schildern die Beziehung der beiden als von psychischen Problemen und gemeinsamem Drogenkonsum geprägt. Immer wieder soll es zu körperlichen Übergriffen gekommen sein. Der Angeklagte soll das Opfer 2025 kennengelernt haben.
Das Gericht hat insgesamt sieben Verhandlungstage angesetzt. Heute sollen Zeugen vernommen werden, darunter der Bruder, der die Leiche seiner Schwester in der Kühltruhe gefunden hat.
Unsere Quellen:
- Pressestelle Landgericht Bielefeld
- Staatsanwaltschaft Bielefeld
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR.de, Seine tote Freundin lag in der Gefriertruhe, 07.09.2026, 04:59 Uhr
