In der Nacht zu Mittwoch waren so viele Sternschnuppen wie an kaum einem anderen Tag im Jahr unterwegs. Grundsätzlich kann man in den sogenannten Perseidennächten bei guten Sichtverhältnissen theoretisch alle zwei, drei Minuten einen Meteor erspähen. In diesem Jahr gab es da allerdings ein Problem: den Mond.
Am Samstag war Vollmond und auch in der vergangenen Nacht war der Mond noch zu 90 Prozent beleuchtet, so Susanne Hüttemeister, Institutsleiterin des Zeiss Planetariums Bochum. Der Mond erleuchte den Nachthimmel stark - was den Blick auf die Perseiden schwierig gemacht haben könnte.
Einige Sternschnuppen gab es aber zum Beispiel in der Eifel zu sehen:
Vorfreude auf das kommende Jahr
Noch spektakulärer sieht es laut Hüttemeister im kommenden Jahr aus. Dann findet das Himmelsspektakel bei Neumond statt. Gleichzeitig komme es an dem Neumondtag zu einer Sonnenfinsternis. Diese soll hier etwa 90 Prozent Bedeckungsgrad haben - das bedeutet, dass sich der Himmel deutlich merkbar verdunkeln wird, erklärt Hüttemeister. In Grönland, Island, Spanien und in einem kleinen Teil von Portugal komme es dann sogar zu einer totale Sonnenfinsternis.
Die Sonnenfinsternis findet am 12. August 2026 statt und in der Nacht davor und danach kann man den Sternschnuppen-Strom bei Neumond beobachten. "Da treffen die Perseiden auf eine ganz mondlose Nacht"; sagt Hüttenmeier. Dann könne es sein, dass man bis zu 50 Perseiden pro Stunde sehen kann.
Venus und Jupiter kommen sich nahe
Auch wenn die Perseiden in diesem Jahr nicht so gut zu sehen sind, lohnt es sich lange wach zu bleiben beziehungsweise extrem früh aufzustehen. Denn am Morgenhimmel kommen sich aktuell die Planeten Venus und Jupiter sehr nahe. Gemeinsam wandern sie auch die kommenden Tage noch über den Horizont.
Was sind die Perseiden?
Beobachtet werden die Perseiden schon seit rund zwei Jahrtausenden. Ihren Namen verdanken die Sommersternschnuppen dem Sternbild Perseus. Die Perseiden scheinen diesem Sternbild zu entspringen. Das ist jedoch nicht der Fall.
Sie haben eine andere Ursache: Der Ursprungskomet der Perseiden ist 109P/Swift-Tuttle. Auf seiner Bahn um unser Zentralgestirn lässt der Komet 109P/Swift-Tuttle eine Wolke winziger Teilchen zurück. Diese Wolke wird alljährlich zwischen Mitte Juli und Ende August von der Erde gekreuzt.
Trifft die Erde auf diese Staubspur, dringen die oft nur stecknadelkopfgroßen Partikel aus Kometenstaub mit 60 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein - also mit einer Geschwindigkeit von 216.000 Stundenkilometern.
In einer Höhe von 80 bis 100 Kilometern erzeugen die kleinen Staubteilchen dann die Lichterscheinungen, die Sternschnuppen genannt werden. In Wirklichkeit leuchten nicht die Teilchen selbst, sondern die Luft drumherum, die durch die Reibung aufgeheizt wird.
Sternbild "Perseus" als Richtungsweiser
Die Perseiden entspringen also nicht dem Sternbild Perseus. Das Sternbild zeigt aber laut Hüttemeister die Richtung an, aus der die Staubpartikel kommen. Die Meteore scheinen alle von diesem Punkt am Himmel herzukommen - wie die Flocken, die während einer Autofahrt durch einen dichten Schneesturm vor der Windschutzscheibe auftauchen. "Das Sternbild ist dann die Fahrtrichtung", sagt Hüttemeister.
Am besten zu sehen seien die Perseiden nach der Dämmerung, wenn es richtig dunkel wird. Dann steigt das Sternbild Perseus im Osten auf. Im Laufe der Nacht steigt das Sternbild dann immer höher - und je höher das Sternbild steht, desto besser sind die Perseiden zu sehen.
Unsere Quellen:
- Interview mit Susanne Hüttemeister, Institutsleiterin des Zeiss Planetariums Bochum
- Nachrichtenagentur DPA
- Nachrichtenagentur AFP
- Max-Planck-Gesellschaft