Die Sonne lacht, der Biergarten "Three Little Birds" an der Düsseldorfer Rheinterrasse bleibt dennoch bis auf Weiteres geschlossen. Hintergrund ist der Streit zwischen Biergartenbetreiber Fabian Veldmann und dem Verpächterunternehmen D.LIVE. Wie die Rheinische Post berichtet, plant das Unternehmen offenbar, den Biergarten selbst zu eröffnen.
Ginge es nach dem städtischen Tochterunternehmen, hätte Veldmann das Biergartenareal spätestens vor einer Woche räumen sollen. Geschehen ist das bislang jedoch nicht.
Seit Mai 2025 verhandeln beide Parteien über einen neuen Pachtvertrag, konnten sich aber nicht einigen. Betreiber Veldmann sah in dem Vertragsentwurf von D.LIVE seine "unternehmerische Freiheit" eingeschränkt. Umgekehrt wollte die Stadttochter, die Anfang 2025 die Rheinterrasse übernahm, keine relevanten Zugeständnisse machen und schrieb nach vorheriger Ankündigung die Verpachtung Ende Februar 2026 neu aus.
Größeres Areal ausgeschrieben
Interessant: Die Neuausschreibung hat einen ganz anderen Charakter. Zur Ausschreibung steht ein weitaus größeres Areal, als die vom "Three Little Birds" derzeit belegten rund 430 Quadratmeter am Nordende der Rheinterrasse. Nun steht der komplette Außenbereich der Veranstaltungshalle zum Angebot – etwa 2.500 Quadratmeter.
Außerdem ist die Ausschreibung nicht für kleine und mittlere Unternehmen geeignet, heißt es dort. Veldmann, der in der Altstadt auch noch eine Bar betreibt, sagt, dass er damit auch keine Chance mehr habe, sich neu auf die Verpachtung zu bewerben.
Düsseldorfer Biergarten Three Little Birds am Rhein
Bildquelle: WDR/Benedikt WalterLandgericht: Einstweilige Verfügung gegen Vorwürfe
Bis zu einer Solidaritätsparty am vergangenen Montag hatte D.LIVE auf WDR-Anfragen nur geantwortet, dass man sich zu laufenden Ausschreibungen nicht äußern könne. In einer Pressemitteilung am Dienstag sowie in einem Interview von D.LIVE-Geschäftsführer Michael Brill mit der Rheinischen Post stellte das Unternehmen dann allerdings unter anderem fest, Veldmann habe in der Vergangenheit "sechsstellige Beträge" erst auf anwaltlichen Druck hin beglichen. Außerdem habe er versucht, sich im Kontakt an ein Gremiumsmitglied von D.LIVE "mit teils diffamierenden Aussagen" die Geschäftführung "zu diskreditieren", so die Pressemitteilung.
All diese Vorwürfe weisen Veldmann und seine Anwälte von sich. Vor dem Landgericht Düsseldorf konnten sie am Donnerstag (05.03.2026) eine einstweilige Verfügung erwirken, die D.LIVE untersagt, weiterhin zu behaupten, ihr Pächter hätte in der Vergangenheit nicht rechtzeitig gezahlt. Gegen diese Entscheidung des Gerichts kann das Unternehmen noch Einspruch einlegen.
Schweigen der Stadtspitze zur Zukunft des Biergartens
Nun der Paukenschlag: Dass D.LIVE den Biergarten fürs Erste selbst betreiben wolle, hat Fabian Veldmann aus der Zeitung erfahren. Seine Reaktion: "Wenn sie die Sache derart eskalieren lassen wollen, sollen sie machen!". Ihm sei weiterhin an einer gütlichen Einigung fernab der Öffentlichkeit gelegen, an deren Ende eine Weiterführung seines Biergartens stehe.
Die Stadtspitze schweigt bislang zu der Auseinandersetzung zwischen Biergartenbetreiber und dem städtischen Tochterunternehmen. Wiederholte WDR-Anfragen an Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) und Stadtdirektor Burkhard Hintzsche, der auch dem Aufsichtsrat von D.LIVE vorsitzt, blieben bislang unbeantwortet - ebenso wie eine Anfrage an D.LIVE zur möglichen Eröffnung in Eigenregie.
Unsere Quellen
- Interview mit Betreiber des Three Little Birds
- Pressemitteilungen des Three Little Birds
- Pressemitteilung von D.LIVE
- Anfragen bei der Stadt Düsseldorf und D.LIVE
- WDR-Reporter vor Ort
Sendungen: WDR.de, Streit um Düsseldorfer Biergarten eskaliert, 06.03.2026, 18:10 Uhr