Wegen Niedrigwasser: Keine Rheinfähren ab Bad Godesberg
WDR. 02:31 Min.. Verfügbar bis 03.08.2028.
Am Rheinufer in Bad Godesberg wirkt es fast so, als würde sich die "Konrad Adenauer" gerade verstecken: Nur die Brücke, wo sonst der Kapitän steht, schaut noch über die Böschung. Der Rest des Schiffes liegt tief unter der Promenade.
Von der Konrad Adenauer bleibt nur die Brücke zu sehen.
Mittlerweile hat der Rheinpegel in Bonn historische Tiefstwerte erreicht: Erneut wurden am Montag nur noch 79 Zentimeter gemessen. Für die Rheinfähre "Konrad Adenauer" zwischen Bad Godesberg und Niederdollendorf ist das zu wenig. Seit dem Wochenende steht sie erstmal still.
Kiesbett macht Anlegen unmöglich
Ingo Schneider-Lux kann nur auf steigende Pegel hoffen.
"Am Samstagmorgen sind wir vor Niederdollendorf auf ein Kiesbett gelaufen", erklärt Ingo Schneider-Lux, der Betreiber der Fähre: "Wir haben mehrfach versucht, die Kiesbank zu umgehen. Aber die ist so groß, dass wir da leider weder rechts noch links drüberkommen."
Umwege über die Südbrücke oder andere Fähren
Wegbaggern kann man die Steine nicht so einfach, denn dafür bräuchte es offizielle Genehmigungen. Das bedeutet für die Fähre und den Betreiber erstmal eine Zwangspause.
Ein Kiesbett sorgt dafür, dass der Anleger in Niederdollendorf nicht zu erreichen ist.
Und für die Passagiere bedeutet das vor allem Umwege. Entweder über die Südbrücke oder über die Fähre in Königswinter. Aber auch hier macht sich das Niedrigwasser bemerkbar. "Wir haben einen Keil gebaut bekommen, mit dem wir den niedrigen Wasserstand ausgleichen können", erklärt Betreiber Michael Birk. Sonst würde die Brücke auf die Fähre zu steil abfallen - und die Autos könnten aufsetzen.
Laster zu schwer für einige Fähren
So kann diese Fähre aber weiterhin auch LKW und Busse transportieren. Anders als die Verbindungen ab Bad Honnef und Linz - hier dürfen nur noch Autos bis maximal 3,5 Tonnen Gewicht mit.
In Mondorf, der zweiten Verbindung von Ingo Schneider-Lux, dürfen Laster zwar auch noch mitfahren, aber auch hier macht sich das Niedrigwasser bemerkbar: Die Brücken passen nur noch gerade so auf die Zufahrtsrampen. Wann sich die Lage entspannt, ist bisher nicht abzusehen.
"Das ist Glaskugelraten", sagt Schneider-Lux: "Bisher sieht der Pegel nur fallend aus." Allzu schnell dürfte die Fähre in Bad Godesberg also nicht wieder in Betrieb gehen.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- WDR-Gespräch mit Ingo Schneider-Lux, Betreiber der Fähre in Bad Godesberg
- WDR-Gespräch mit Michael Birk, Betreiber der Fähre in Königswinter
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Bonn, 03.08.2026, 19:30 Uhr
