„Sie sind heute Abend wichtig.“ Mit diesen Worten eröffnete der Moderator den mit Spannung erwarteten Bürgerdialog zur geplanten Regiotram in der StädteRegion Aachen.
Die Kulisse hätte kaum besser passen können: Im alten Straßenbahndepot, wo jahrzehntelang Aachens Trams gewartet wurden, sprachen am Dienstagabend Verantwortliche und rund 100 Bürgerinnen und Bürger über die Zukunft des größten Verkehrsprojekts der Region.
Ein Projekt mit großer Wirkung – und großem Interesse
Zwischen Stellwänden, Modellen und Infografiken drängten sich die Besucherinnen und Besucher, viele stellten detaillierte Fragen zu Bauzeit, Lärm oder künftigen Haltestellen. Die Stimmung war überwiegend positiv – aber auch kritisch interessiert.
Wie viel Potential in der Idee steckt machte unter anderem auch Aachens Oberbürgermeister Michael Ziemons (CDU) deutlich. Die Tram könne helfen, „neue Räume zu erschließen“, so Ziemons. Aachen müsse heute viele Firmenanfragen wegen fehlender Flächen ablehnen. Aber auch bei Events wie dem CHIO könnte die Bahn zusätzlich für Entlastung sorgen.
Auf dem Papier rollt sie schon: 2035 soll die erste Tram durch die Staedteregion rollen
Bildquelle: WDRHinter dem Projekt stecken bereits Jahre der Vorbereitung. 2018 wurde aus einer Idee ein konkreter Plan: Die 20 km lange Trasse soll Aachen mit den Städten Würselen, Alsdorf und Baesweiler verbinden. Kosten: rund 330 Millionen Euro. Zum großen Teil finanziert aus Fördermitteln von Bund und Land. Verläuft alles nach Plan könnte die erste Bahn 2035 durch die Region rollen.
Zwischen Begeisterung und Baustellen
Im Depot an diesem Abend ging es aber nicht darum, fertige Pläne zu präsentieren. Vielmehr wollten Städte, Kommunen und der Aachener Verkehrsverbund in einer frühen Phase mit der Bevölkerung ins Gespräch kommen.
An verschiednen Thementischen wurde diskutiert, wie Baustellen organisiert werden könnten und wie die Trasse durch enge Stadtbereiche geführt werden soll. Viele Bürger lobten die Offenheit, andere sorgten sich um lange Eingriffe entlang der Strecke.
Akzeptanz früh sichern
Für Aachen ist die Frage der Akzeptanz nicht neu: 2013 scheiterte mit der sogenannten "Campusbahn" ein Straßenbahnprojekt an einem Bürgerentscheid. Dieses Mal wollen die Verantwortlichen früh informieren, Kritik aufnehmen und Erwartungen realistisch einordnen. Der Bürgerdialog im Depot war dafür ein wichtiger Auftakt – und zeigte, wie groß das Interesse an der Regiotram ist.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter vor Ort
- Aachener Verkehrsverbund
- Stadt Aachen
Sendung: WDR 2 Aachen und die Region, Lokalzeit 03.12.2025, 6.31 Uhr