Kölner Dom lehnt Gratis-Tag für NRW-Bürger ab | Aktuelle Stunde
WDR. 00:30 Min.. Verfügbar bis 11.03.2037.
Die Anregung zu einem Gratis-Tag für Menschen NRW kam von Jochen Ott, SPD-Fraktionschef und Spitzenkandidat für die Landtagswahl im kommenden Jahr. Ein Sprecher des Dom-Kapitels sagte der Nachrichtenagentur dpa am Montag, dass es "zahlreiche Anfragen mit der Bitte um Sonderkonditionen und freie Eintritte für bestimmte Bevölkerungsgruppen" gebe - und man sie praktisch alle ablehne.
Kölner Dom: Anfragen auf Gratis-Eintritt werden abgelehnt
"Hinter vielen dieser Anfragen stehen nachvollziehbare Gründe. Wir erteilen ihnen aber grundsätzlich eine Absage, denn in ihrer Gesamtheit würden sie die Grundlage unseres neuen Finanzierungskonzeptes zunehmend aushöhlen", so der Sprecher.
SPD-Politiker Ott hatte Domprobst Guido Assmann die Idee eines Gratis-Tags per Brief mitgeteilt. Den habe der Dompropst auch unmittelbar beantwortet, so der Sprecher des Dom-Kapitels.
Jochen Ott (SPD) will 2027 NRW-Ministerpräsident werden.
SPD-Politiker Ott gibt allerdings nicht auf. Er schickte dem Dompropst noch einen weiteren Brief und schrieb, dass er einen kostenfreien Besuchstag weiter für einen guten Weg halte, "möglichst vielen Menschen den Zugang zu diesem einzigartigen Bauwerk zu ermöglichen". Auch die städtischen Museen könnten Kölner jeweils am ersten Donnerstag im Monat kostenfrei besuchen, so Ott.
In seinem ersten Brief an den Domprobst schrieb Ott: "Der Kölner Dom war über Jahrhunderte nicht nur die Kathedrale der Stadt Köln, sondern das geistliche Zentrum des Kurfürstentums Köln - eines Territoriums, das weite Teile des heutigen Nordrhein-Westfalens umfasste." Und weiter:
"In diesem Sinne ist der Dom ein gemeinsames kulturelles Erbe der Menschen in unserem Land. Wer in NRW lebt und den Kölner Dom besuchen möchte, ist deshalb kein Tourist, sondern Teil dieser gemeinsamen Geschichte." Jochen Ott, SPD NRW
Jochen Ott: Dom als "Cooling Zone" an heißen Tagen
Ott nahm auch Bezug auf das Hitze-Problem in Städten. Gerade in heißen Sommerperioden könnte der Dom auch als "Cooling Zone" für Besucherinnen und Besucher der Innenstadt sein, schreibt Ott, der selbst auch in Köln lebt.
Der Kölner Dom hat ein Problem: Hohe Kosten, wenig Geld. Der Unterhalt für einen Tag kostet 44.000 Euro. Der Eintritt ist der Versuch, Finanzlöcher zu stopfen.
Eingeschränkter Gratis-Eintritt in Kölner Dom zum Beten
Einen kostenlosen, aber eingeschränkten Eintritt in den Kölner Dom haben alle, die beten wollen oder eine Kerze an der Schmuckmadonna anzünden möchten. Hierfür lässt sich das Nordquerhaus betreten.
Der Zugang befindet sich auf der Nordseite des Kölner Domes, die dem Hauptbahnhof zugewandt ist. Der Zugang zum Kirchenraum ist mit einem Seil blockiert. Den Blick auf das berühmte Richter-Fenster erhascht man auch aus dem kostenlosen Bereich.
Unsere Quellen:
- Facebook-Account Jochen Ott
- Nachrichtenagentur dpa
- Website-Informationen Kölner Dom
Sendung: WDR 5, WDR aktuell, 06.07.2026, 16:00 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 06.07.2026, 18:45 Uhr