„Wir begleiten das Leben“: Wie Ehrenamt Kinderhospizarbeit entlastet

Bildquelle: Piet Keusen

10.02.2026 6 Min. 29 Sek. Verfügbar bis 10.02.2028

"Wir begleiten das Leben": Wie Ehrenamt Kinderhospizarbeit entlastet

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100 Menschen stehen am bundesweiten Tag für Kinderhospizarbeit vor dem Rathaus und bilden eine lange Kette, um für Unterstützung zu werben.

Von Piet Keusen

Unter ihnen sind auch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die Kinder betreuen, die eine lebensbedrohliche Krankheit haben. Die Diagnose ist für viele Familien ein Schock.

Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer

Der Deutsche Kinderhospizverein hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Familien auf dem Weg zu begleiten. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer gehen in die Familien und unterstützen, wo sie können.

Zwei von ihnen sind Chantal und Joachim Kurz. Seit sechs Jahren sind sie beim ambulanten Kinderhospizdienst in Düsseldorf und schenken betroffenen Familien ihre Zeit. "Wir begleiten das Leben, nicht den Tod", sagt Chantal.

Beteiligte der Menschenkette

Chantal und Joachim Kurz helfen Familien, die Unterstützung brauchen

Bildquelle: Piet Keusen

Einmal die Woche besucht sie Familie Fazzino. Die sechsjährige Tochter Morena wurde als Frühchen geboren, hat eine Hirnschädigung, sitzt im Rollstuhl und kann nicht sprechen. Das aber spielt am Besuchstag keine Rolle.

Chantal kommt zum Spielen vorbei. "Drei Stunden lang kümmere ich mich nur um Morena, lese vor, singe, spiele", beschreibt sie. Und Morena hat Spaß, ihr Lachen ist mitreißend und Chantal ist inzwischen so etwas wie die Bonus-Oma.

Familien brauchen jede Hilfe

Mutter Gelsina ist dankbar für die Arbeit des Ambulanten Kinderhospizdienstes. Chantals Besuch ist eine Entlastung. Gelsina hat dann Zeit, sich ohne Ablenkung mit der jüngeren Tochter Ciara zu beschäftigen. "Das kam früher oft zu kurz", sagt sie.

Der Familienkalender ist eng getacktet und dreht sich um Termine, Arztbesuche, Therapie und alles, was sonst in einer vierköpfigen Familie erledigt werden muss. Aber wenn Chantal da ist, dann hat Gelsina den Kopf frei.

Zeit für ein ungestörtes Brettspiel mit Chiara, einen Ausflug zum Spielplatz oder einfach mal Zeit für sich. "Es ist so toll, dass es das für uns gibt", sagt sie.

Dabei hat der Begriff Hospiz am Anfang ein wenig abgeschreckt. "Man denkt am Anfang, das ist eine Begleitung für den letzten Weg der Kinder. Aber wir haben festgestellt, dass es vielmehr eine Lebensbegleitung ist, eine Unterstützung für unseren Alltag. Toll, dass es so etwas gibt."

Menschenkette für Unterstützung

Menschenkette vor dem Düsseldorfer Rathaus

Menschenkette vor dem Düsseldorfer Rathaus

Bildquelle: Piet Keusen

Der Ambulante Kinderhospizdienst organisiert seine Arbeit meist ehrenamtlich, finanziert wird er nur durch einen kleinen Teil von den Krankenkassen. Der Rest wird durch Spenden getragen.

"Aber das Thema Tod und Sterben von jungen Menschen findet in der Öffentlichkeit zu wenig statt", sagt Joachim Kurz. Dafür wurde vor 20 Jahren der Tag der Kinderhospizarbeit ins Leben gerufen.

Mit der Signalfarbe grün werben die Teilnehmer für Unterstützung. Und eben durch Aktionen wie die Menschenkette vor dem Düsseldorfer Rathaus.

Menschenkette für die Kinderhospizarbeit vor dem Düsseldorfer Rathaus

WDR Studios NRW 10.02.2026 41 Sek. Verfügbar bis 10.02.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • WDR-Reporter vor Ort
  • Deutscher Kinderhospizverein

Sendung: WDR.de, Menschenkette für die Kinderhospizarbeit vor dem Düsseldorfer Rathaus, 10.02.2026, 11.30 Uhr 
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 10.02.2026, 19:30 Uhr

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