Kürzungen in Lokalredaktion im Kreis Euskirchen

Bildquelle: Kölner Stadtanzeiger

WDR 00:32 Min. Verfügbar bis 21.08.2028

KI ersetzt Lokalredakteure Scharfe Kritik am Kölner Stadt-Anzeiger

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Beim Kölner Stadt-Anzeiger sollen zahlreiche Stellen im Lokaljournalismus wegfallen. Warum die Euskirchener SPD darin sogar eine Gefahr für die Demokratie sieht.

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Mona Westholt

Die SPD im Kreis Euskirchen kritisiert den geplanten Stellenabbau bei den Kölner Stadt-Anzeiger Medien in einem offenen Brief deutlich. Im Zuge eines Umbaus fallen 57 Vollzeitstellen weg, dies wurde den Mitarbeitenden überraschend bei einer Betriebsratversammlung am 13. August mitgeteilt.

Sorge um fehlende Journalisten vor Ort

Betroffen ist die Rheinische Redaktionsgemeinschaft (RRG), die bislang als eigenständiger Dienstleister die Regionalteile rund um Köln plant und produziert. Auch der Kreis Euskirchen ist von den Kürzungen betroffen. Denn zukünftig sollen die Inhalte für die Regionalteile der Kölner Stadt-Anzeiger Medien von digitalen Regio-Teams mithilfe von KI erstellt werden.

In einem offenen Brief, der dem WDR vorliegt, kritisiert die Kreis-SPD genau das:

"Gute Lokaljournalisten kennen Ansprechpartner, Vorgeschichten und Zusammenhänge (...). Diese Ortskenntnis entsteht über Jahre. Sie lässt sich weder zentralisieren noch automatisieren. Und diese Arbeit lässt sich auch nicht allein vom Schreibtisch in einer Verlagszentrale leisten." Kreis-SPD Euskirchen

Kreis-Politiker fürchten um kommunale Demokratie

Die Sozialdemokraten sehen den Stellenabbau im Lokaljournalismus auch als Gefahr für die Demokratie. "Eine lebendige kommunale Demokratie braucht Öffentlichkeit. Und die entsteht nicht nur durch die Berichterstattung darüber, was in Berlin, Düsseldorf oder Köln passiert." Viele Entscheidungen, die den Alltag der Menschen unmittelbar betreffen, fallen im Kreistag, in den Räten und Ausschüssen von Städten und Gemeinden, heißt es weiter.

Sinkende Auflagen, neue Technologien: Ursachen des Stellenabbaus

Als Grund für den Umbau nennen die Kölner Stadt-Anzeiger Medien die seit Jahren sinkenden Zeitungsauflagen und die Veränderungen im Medienmarkt. Gleichzeitig soll stärker in digitale Angebote investiert werden. Außerdem sollen wiederkehrende Produktionsschritte mithilfe neuer Technologien und KI automatisiert werden.

"Digitalisierung und guter Lokaljournalismus sind für uns keine Gegensätze", heißt es in dem offenen Brief der SPD im Kreis Euskirchen. "Auch der beste digitale Auftritt braucht am Ende Journalistinnen und Journalisten, die vor Ort sind, zuhören, recherchieren, nachfragen und unsere Region kennen."

Unsere Quellen:

  • Offener Brief SPD Kreis Euskirchen
  • Kölner Stadt-Anzeiger Medien

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Bonn, 20.08.2026, 18:09 Uhr

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