Haftstrafe wegen Entführung und Folter | Aktuelle Stunde

Bildquelle: WDR/Martin Höke

26 Sek. Verfügbar bis 26.02.2028

Urteil nach Entführung: Lange Haftstrafen trotz geflohener Täter

Stand:

Im Prozess um die brutale Entführung eines jungen Mannes in Rheydt hat das Landgericht Mönchengladbach lange Haftstrafen ausgesprochen. Vier Angeklagte tauchten während des Verfahrens unter. Das Opfer schilderte die Tat über Jahre hinweg gleichbleibend.

Von Martin Höke

Der Fall erschütterte Rheydt: Sechs Syrer entführten 2022 einen 24‑Jährigen, hielten ihn tagelang fest und verschleppten ihn nach Holland. Dort wurde der Mann misshandelt. Jetzt hat das Landgericht Mönchengladbach harte Urteile gesprochen.

Flucht während des Prozesses

Nur zwei Angeklagte hörten das Urteil. Vier weitere verschwanden im Laufe des Verfahrens, zwei davon am Donnerstag in einer Pause. Ein 56‑Jähriger meldete sich aus Beirut ab, angeblich wegen einer Augenoperation. Sein Sohn blieb mit zweifelhaftem Attest fern. Zwei weitere Männer flohen vor dem Plädoyer.

Lange Haftstrafen

Richter Martin Alberring blieb gelassen: "Wir können gegen alle weiter verhandeln, ihre Verteidiger sind ja noch da." Die Kammer verurteilte die beiden jüngsten Täter zu zweieinhalb und vier Jahren Jugendhaft. Die übrigen erhielten in Abwesenheit Strafen zwischen sieben Jahren und sieben Jahren und neun Monaten.

Urteil nach Entführung: Lange Haftstrafen trotz geflohener Täter

WDR Studios NRW 26.02.2026 34 Sek. Verfügbar bis 26.02.2028 WDR Online

Glaubwürdiges Opfer

Das Gericht folgte den Aussagen des Opfers. Der Mann berichtete konstant, wie er gefesselt, geschlagen und mit heißen Gegenständen gequält wurde. Auslöser war eine gelöste Verlobung. Angehörige wollten das gezahlte Brautgeld von rund 10.000 Euro zurückholen - mit Gewalt.

Zweifel der Verteidigung

Die Verteidiger halten das Opfer für unglaubwürdig. Der Mann sitzt wegen zahlreicher Betrugsfälle in Haft. Sie forderten Freisprüche und kündigten Revision an.

Unsere Quellen:

  • Landgericht Mönchengladbach
  • Staatsanwaltschaft
  • Verteidigung
  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 26.02.2026, 18.45 Uhr
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 26.02.2026, 17.30 Uhr

Weitere Beiträge aus dem Rheinland

1 / 2