Prozess um mutmaßlichen Fahrer der Geldautomaten-Sprenger | Aktuelle Stunde

00:26 Min. Verfügbar bis 05.06.2027

Mutmaßlicher Fahrer von Geldautomaten-Sprengern vor Gericht

Stand:

Ein mutmaßlicher Fluchtwagenfahrer von Geldautomaten-Sprengern steht seit Donnerstag in Düsseldorf vor Gericht.

Der 28-jährige Niederländer soll bei elf Taten hinter dem Steuer des Fluchtwagens gesessen haben. Während seine drei unbekannten Komplizen für die Sprengung der Geldautomaten zuständig gewesen sein sollen, war es anscheinend seine Aufgabe, die Gruppe schnell über die Autobahn wieder zurück in die Niederlande zu bringen.

Seit Donnerstag muss sich der 28-Jährige vor dem Landgericht Düsseldorf verantworten, unter anderem wegen des Verdachts des schweren Bandendiebstahls. Zu den Tatorten gehörten Automaten in Dormagen, Gelsenkirchen und Wickede.

Angeklagter soll Teil eines Verbrechernetzwerkes sein

Der mutmaßlicher Fluchtwagenfahrer hält sich eine Kladde vor das Gesicht, neben ihm sitzt eine Dolmetscherin und vor ihm steht sein Verteidiger.

Mutmaßlicher Fluchtwagenfahrer im Gerichtssaal

Nach Überzeugung der Ermittler war der Angeklagte Teil einer Bande, die wiederum aus einem marokkanisch-niederländischen Verbrechernetzwerk gehandelt hat. Die Gruppe soll in den Niederlanden hochmotorisierte Autos angemietet haben, um damit die Taten in Deutschland zu begehen.

Bei der Flucht geblitzt

Der Angeklagte hat bei der Flucht anscheinend ordentlich aufs Gas gedrückt, denn er wurde laut Staatsanwaltschaft unter anderem mit Hilfe von Blitzerfotos identifiziert. Zudem wurden DNA-Spuren von ihm an den Tatfahrzeugen festgestellt. Bislang schweigt der mutmaßliche Fahrer zu den Vorwürfen.

Nach langjährigen Ermittlungen des Bundeskriminalamts wurde der 28-jährige vergangenen September in Amsterdam verhaftet. Im Oktober wurde er nach Deutschland ausgeliefert und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Erheblicher Sachschaden

In Wickede (Ruhr) soll die Bande in der Nacht zum 19.06.2023 an einer Bankfiliale zwei Sprengladungen gezündet haben. Weil die Geldkassette dabei jedoch nicht kaputt ging, konnten sie nur 480 Euro erbeuten. An dem Automaten und dem Gebäude entstand jedoch ein Sachschaden von mehr als 900.000 Euro.

Insgesamt soll die mutmaßliche Bande eine Million Euro erbeutet und fast vier Millionen Euro Sachschaden verursacht haben. Die drei Komplizen des Angeklagten sind bisher nicht bekannt.

Mutmaßlicher Fahrer von Geldautomaten-Sprengern vor Gericht

WDR Studios NRW 05.06.2025 00:43 Min. Verfügbar bis 05.06.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Landgericht Düsseldorf
  • Staatsanwaltschaft Düsseldorf gegenüber dem WDR
  • WDR-Reporterin bei Gerichtsverhandlung

Über dieses Thema berichtet der WDR am 05.06.2025 auch im Fernsehen in der Lokalzeit aus Düsseldorf und im Radio auf WDR 2.

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