Nach Verkehrstod – das positive Erbe von Luis Paulo

22.09.2025 03:57 Min. Verfügbar bis 22.09.2027 WDR

Nach Verkehrstod – das positive Erbe von Luis Paulo

Stand:

Im Juni 2025 starb Luis Paulo Jochim bei einem Verkehrsunfall in Hürth. Der 25-Jährige hat als Schulbegleiter versucht, Grundschulkinder zu retten, als ein Auto in die Gruppe raste. Jetzt hat seine Familie die gemeinnützige "Luis Paulo Stiftung" gegründet. Am Sonntag wurde sie offiziell vorgestellt.

Von Monika Steinhaus

Luis Paulo Jochim war Schulbegleiter. Als er im Juni 2025 mit seiner Grundschulklasse unterwegs war, raste ein Auto mit überhöhter Geschwindigkeit in Hürth über eine rote Ampel.

Luis hilft mit Organspende weiteren Menschen

Rettungskräfte vor Ort im Einsatz

An dieser Ampel starben Luis und das 10-jährige Mädchen

Genau an dieser Ampel war der 25-Jährige mit der Gruppe und einer Lehrerin unterwegs. Luis konnte noch mehrere Grundschulkinder vor der Gefahr retteten, aber das Auto erfasste ihn und ein 10-Jähriges Mädchen. Beide erlagen später im Krankenhaus ihren Verletzungen.

Auch nach seinem Tod hat Luis Leben gerettet: Durch seine Organspende konnte mehreren Menschen geholfen werden – ein letzter Akt der Mitmenschlichkeit, der genau zu dem passt, wofür Luis Paulo im Leben stand, erzählen seine Eltern.

Betroffenheit im Umfeld

Die Nachricht von seinem Tod hat nicht nur seine Familie und sein direktes Umfeld tief getroffen, sondern auch weit darüber hinaus Menschen bewegt. In seinem langjährigen Handballverein, der HSG Siebengebirge und in der Region gilt Luis als stiller Held.

Eine Frau und ein Mann stehen vor einer Plakatwand mit der Aufschrift "Luis Paulo Stiftung" und blicken ernst.

Marcus und Lilian Jochim haben die Stiftung gegründet

"Mit seinem Handeln zeigte er Zivilcourage, Verantwortungsbewusstsein und Menschlichkeit", sagt Marcus Kesper, sein früherer Jugendtrainer.

Familie gründet eine gemeinnützige Stiftung

Damit sein Tod einen positiven Sinn bekommt, hat seine Familie die gemeinnützige "Luis Paulo Stiftung" gegründet. Sie soll Projekte für benachteiligte Kinder fördern – in Deutschland und international.

Ziel ist es, im Sinne von Luis dort zu helfen, wo Kinder besonderen Schutz, Förderung oder Unterstützung brauchen. "So kann sein Mut und seine Menschlichkeit weiter leben", erzählt sein Vater, Marcus Jochim.

Nach Verkehrstod: Das positive Erbe von Luis Paulo

Aktuelle Stunde 21.09.2025 30:04 Min. UT Verfügbar bis 21.09.2027 WDR Von Diana Ahrabian

Gedenken In der Handball-Halle

Die Idee der Familie und ihre Art, wie sie mit dem Tod von Luis umgehen, davon sind wir zutiefst beeindruckt. Matthes Reintgen, Sprecher der HSG Siebengebirge

Er wuchs mit seinen drei Geschwistern in Königswinter-Oberdollendorf auf. In seiner Freizeit war Handball ein wichtiger Teil seines Lebens. Viele Jahre lang spielte Luis bei der HSG Siebengebirge. Absolvierte dort auch ein Freiwilliges Soziales Jahr.

Am Sonntag stellten seine Eltern in der Sporthalle "Am Sonnenhügel" Oberpleis, am ersten Spieltag der Handballer, die "Luis Paulo Stiftung" persönlich vor. "Luis war bis zum Schluss ein Beschützer. Ein Mensch für den Zusammenhalt und Gemeinschaft zentrale Werte waren", erzählen seine Eltern.

Klatschen statt Schweigeminute

Auf Wunsch der Familie gab es in der Halle aber keine Trauer-Minute, sondern etwas Positives. Deswegen planten sie eine "Klatsch-Minute". "Das wäre im Sinne von Luis Paulo gewesen", so sein Vater.

Auch für die Vereinsverantwortlichen, wie Pressesprecher Matthes Reintgen eine emotionale Situation. "Die Idee der Familie und ihre Art, wie sie mit dem Tod von Luis umgehen, davon sind wir zutiefst beeindruckt. Es wird ein ganz besonderes Gedenken an Luis am Sonntag, denn wir haben ihn alle gekannt."

Unsere Quellen:

  • Reporterin vor Ort
  • Verantwortliche der HSG Siebengebirge
  • Gespräch mit den Eltern des Verstorbenen
1 / 2