Jordan Wieland vom Verein "Team für Tiere Köln" ist immer noch mitgenommen von dem Einsatz am Samstagnachmittag. Bei 38 Grad Hitze rückt er zusammen mit seiner Frau und Leuten vom Tierheim Troisdorf zu dem Haus in einem Bornheimer Hinterhof aus. Dort ist der Bewohner, ein älterer Mann, schon länger nicht mehr gesehen worden und in dem Haus sollen sich einige Hunde aufhalten.
Als Wieland ankommt sind Feuerwehr, Polizei und Ordnungsamt schon im vollen Einsatz. Bereits an der Haustür wird ihm und dem Team klar, dass ihnen eine Herausforderung bevorsteht. Dort stehen mehrere Zwinger und ein übelriechender Gestank liegt in der Luft.
"Wir mussten uns wirklich durch das Treppenhaus vorankämpfen", schildert Wieland die Situation. Denn in dem Haus befinden sich insgesamt 19 Hunde. Der leblose Körper des Besitzers liegt auf dem Sofa. Feuerwehr und Polizei können den Leichnam erst entfernen, wenn die Tierschützer alle Hunde gesichert haben.
Erschreckender Zustand
Die Situation vor Ort ist schlimm: Das Haus ist verschmutzt, überall liegen Fäkalien. Die Hunde sind verwahrlost und so ausgehungert, dass sie teilweise angefangen haben, den toten Körper zu fressen.
Da wurde uns allen ganz anders. Jorda Wieland, "Team für tiere Köln e. V.
Für so eine Situation würde Wieland normalerweise weitere Ehrenamtliche aus dem Verein anfordern. Aber unter den Umständen entscheidet er sich dagegen: "Wir wollen unsere Ehrenamtler nicht vergraulen", sagt er. Wegen der Hitze kann das Team außerdem keine Schutzanzüge tragen, so wie sie es sonst bei solchen Einsätzen tun würden.
Alle Hunde überleben
Das Team bringt die Hunde nach draußen, wo das Tierheim Troisdorf eine Trinkstelle eingerichtet hat. Unter anderem befreien sie eine Hündin mit vier Welpen aus einem Käfig. Am Ende sind alle 19 Hunde gesichert, alle Tiere haben überlebt.
Sie werden auf Tierheime in Köln-Dellbrück, Troisdorf und Mainz verteilt und dort aufgepäppelt.
Unter den 19 Hunden waren auch vier Welpen dabei
Bildquelle: Team für Tiere Köln e.V."Animal Hoarding" gefährdet das Tierwohl
Jordan Wieland kritisiert, dass es überhaupt zu solchen Zuständen kommen konnte. Sogenanntes "Animal Hoarding", also der Besitz von vielen Tieren ohne artgerechte Versorgung, müsse gemeldet werden. Darum sei auch eine aufmerksame Nachbarschaft wichtig, sagt Wieland: "Man hätte den Tieren und dem Besitzer so viel Leid ersparen können." Ein Einsatz wie der in Bornheim sei aber eine Ausnahme.
Unsere Quellen:
- Jordan Wieland von "Team für Tiere Köln" e.V.
Sendung: WDR.de, 19 verwahrloste Hunde aus Bornheimer Haus gerettet, 30.06.26, 17:24 Uhr