Wie ein Schwamm speichert die Moorlandschaft Wasser
Bildquelle: Jörg SauerweinAndere Wälder sind so trocken, dass sie schnell in Brand geraten können. Im Lohmarer Wald an der B56 gibt es dagegen zum Teil richtig nasser Böden. Revierförster Axel Horn greift sich eine Handvoll Torfgras vom Boden und drückt sie aus. Wie aus einem Schwamm plätschert das Wasser heraus.
Moore speichern Regenwasser und erhalten Artenvielfalt
Schon vor 25 Jahren hatte Horn die früher angelegten Entwässerungsgräben wieder zugeschüttet. Im Laufe der Jahre entwickelte sich wieder das alte Heidemoor, das es hier vor langer Zeit schon gab.
"Davon profitiert der gesamte Lohmarer Wald. Von solchen kleinen Moorstandorten. Weil das Wasser eines großen Regengusses nicht einfach wegfließt, sondern für den gesamten Wald lange zur Verfügung steht." Axel Horn, Revierförster Lohmar Aulgasse
Moore und alte Karpfenteiche ziehen sich durch den Lohmarer Wald und bieten zum Beispiel sehr vielen Libellenarten, Amphibien und Vögeln ein Zuhause. Ein Naturerbe, das nicht nur erhalten, sondern auch erweitert werden soll.
Mehr ehemalige Moorflächen wiederherstellen
Am Freitag, 14. August 2026, übergab NRW-Umweltminister Oliver Krischer einen Förderbescheid von über zwei Millionen Euro. Das REGIONALE-2025-Projekt "Teichlandschaften Lohmarer Wald" wird damit zum einem der großen Natur- und Umweltschutzprojekte in NRW. Unter anderem sollen weitere ehemalige Moorflächen wiederhergestellt werden.
Umweltminister Oliver Krischer (links) übergibt Förderbescheid von zwei Millionen Euro
Bildquelle: Jörg Sauerwein"Das ist der Prototyp einer Schwammlandschaft, wie wir sie haben und die wollen wir weiterentwickeln." Oliver Krischer, NRW-Umweltminister
Gerade die aktuellen Waldbrände zeigten noch einmal mehr, wie wichtig es sei, solche Landschaften zu erhalten und weiterzuentwickeln, sagte Krischer in Lohmar. Denn die Heidemoore und Sumpfwälder speichern in Regenzeiten viel Wasser. Auch bei Starkregen kann mehr aufgenommen werden und in Dürrezeiten wird das Wasser dann langsam an den ganzen Wald wieder abgegeben.
Arbeiten beginnen bereits jetzt
Schon jetzt werden im Lohmarer Wald noch mehr alte Entwässerungsgräben aufgefüllt, damit das Wasser nicht mehr ablaufen kann. Die Fördergelder von der EU und dem Land NRW werden außerdem unter anderem auch dafür verwendet, die bestehende jahrhundertealte Teichlandschaft zu erhalten.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- WDR-Gespräch mit Axel Horn, Revierförster Lohmar Aulgasse
- WDR-Gespräch mit NRW-Umweltminister Oliver Krischer
- Pressemitteilung Rhein-Sieg-Kreis
Sendung: WDR 2, WDR 2 für das südliche Rheinland, 14.08.2026, 16:30 Uhr
