Rassismusvorwurf gegen ehemaligen Karnevalsprinzen
Bildquelle: dpaWDR. 00:49 Min.. Verfügbar bis 11.08.2028.
Auf dem Social-Media-Portal "Facebook" soll ein ehemaliger Karnevalsprinz unter einem Beitrag über ein verletztes Kind aus Afghanistan menschenverachtende Aussagen gepostet haben. Er soll es als "Kreatur" und "DNA-Müll" bezeichnet haben. Initiativen gegen "Hatespeech" wurden darauf aufmerksam und haben den Post veröffentlicht.
Staatsschutz ermittelt
Die Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg-Kreis hat durch die Bevölkerung Kenntnis über das Posting erhalten und aufgrund des Inhalts den Staatsschutz der Bonner Polizei informiert. Dieser hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Der Vorgang wird außerdem aktuell der Staatsanwaltschaft Bonn zur weiteren rechtlichen Bewertung vorgelegt.
Beim Siegburger Karnevalskomitee sorgten die Äußerungen für Entsetzen. Der Siegburger Karneval stehe für Offenheit, Vielfalt und Toleranz - also das genaue Gegenteil von dem, was der ehemalige Prinz im Internet gepostet habe, erklärte der Präsident des Siegburger Karnevalskomitees Jörg Sola Schröder.
Rauswurf aus dem Karneval
Als ehemaliger Prinz war er bislang Ehrengast bei den Siegburger Jecken. Doch sowohl die Siegburger Ehrengarde als auch das Siegburger Karnevalskomitee haben ihn nach dem mutmaßlichen Rassismus-Eklat rausgeworfen und ihm Hausverbot bei all ihren Karnevalsveranstaltungen in Siegburg ausgesprochen. Auf eine WDR-Anfrage hat der Ex-Prinz bisher nicht reagiert.
Eine solche Aussage hätte niemand der Siegburger Jecken dem Karnevalisten zugetraut. Bislang war er ein beliebtes Mitglied der Karnevalsgesellschaften. Doch damit ist es nun vorbei, sagt der Komitee-Präsident. Selbst wenn er sich entschuldigen sollte, so Sola Schröder, bliebe der Ausschluss bestehen. So jemand habe im Siegburger Karneval nichts verloren.
Unsere Quellen:
- Jörg Sola Schröder, Präsident Siegburger Karnevalskomitee
- Facebook-Seite "Friedensdorf International"
- Facebook-Seite "Aktivistmuss"
- Farid Wagner, Geschäftsführer "Siegburger Ehrengarde e.V."
- Daniela Lindemann, Polizei Bonn
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Bonn, 11.08.2026, 19:30 Uhr