Der Schienenersatzverkehr in Bonn macht Probleme
WDR. 02:37 Min.. Verfügbar bis 23.04.2028.
Chaos auf der Linie 66 : Schienenersatzverkehr bei Bonn macht Probleme
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Es herrscht Chaos bei den Öffis: Die aktuellen Bauarbeiten auf der Linie 66 bereiten Pendlern Probleme. Auf zwei Abschnitten ist die wichtige Verkehrsverbindung zwischen Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis aktuell gesperrt. Nun ist klar: Es wird noch weitere Störungen geben.
Auch nach über einer Woche hat sich für die Fahrgäste am Bahnhof Siegburg noch nicht alles eingespielt. Manche merken erst am Bahnsteig der Stadtbahnlinie 66, dass ihre Bahn dort nicht mehr abfährt.
Stattdessen verweisen die Anzeigen auf den Bussteig E, an dem seit dem 13. April 2026 Busse im Ersatzverkehr halten. Zunächst fuhren sie bis zum Stadthaus in Bonn, inzwischen geht es nur noch bis zur Haltestelle Vilich. Von dort geht es mit der Stadtbahn weiter. Eine Strecke, die mit der Bahn normalerweise eine Viertelstunde dauert, mit dem Bus in Stoßzeiten nun etwa doppelt so lang.
Unangenehme Umstände für Pendler
Verspätungen und längere Fahrzeiten sind für diejenigen, die auf die Verbindung angewiesen sind, beschwerlich. Eine junge Pendlerin erinnert das an die letzten Monate: "Die Busse kommen zu spät, typisch Ersatzverkehr. Es fühlt sich an wie bei den Streiks. Das jetzt einen Monat lang ist blöd." Außerdem sei der Ersatzverkehr deutlich unbequemer, beschwert sich eine andere Frau: "Es ist anstrengend, weil es sehr lange dauert und man oft in vollgequetschten Bussen steht."
Wegweiser zum Schienenersatzverkehr am Siegburger Bahnhof
Ersatzbusse stehen zu Stoßzeiten im Stau
Zu Stoßzeiten ersetzen zwei Busse eine Bahn. Das reicht nur knapp, um alle Fahrgäste mitzunehmen. Das größere Problem sind aber die Staus im Berufsverkehr, sagt Patrick Lange, Betriebsleiter bei Univers Reisen. Zusätzliche Busse sollen helfen, den Zehn-Minuten-Takt aufrechtzuerhalten.
Bahn räumt Verzögerungen ein
Grund für den Ersatzverkehr sind Bauarbeiten der Deutschen Bahn. Geplant war eigentlich, während der Sperrung eine Hilfsbrücke abzureißen und die Stadtbahn auf eine neu gebaute Brücke zu führen.
Nach Angaben einer Bahnsprecherin sind die Arbeiten jedoch komplex und können nicht wie vorgesehen ausgeführt werden: "Der Abbau der Brücke und die damit verbundene Verschwenkung der Gleise können nun leider erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen", erklärte eine Bahnsprecherin. Obwohl die Bahn ihre Arbeiten nach hinten verschieben muss, herrscht auf der gesperrten Strecke kein Stillstand. Während der Sperrung erneuern die Stadtwerke dort die Gleise.
Erneuter Ausfall der Linie 66 voraussichtlich im Sommer
Die Verzögerungen bei den Bauarbeiten der Deutschen Bahn bedeutet aber, dass die Strecke voraussichtlich im Sommer erneut gesperrt werden muss. Diese Nachricht hat auch die Verkehrspolitiker im Rhein-Sieg-Kreis überrascht.
Da fehlt schon die Sensibilität dafür, dass man den Menschen ordentlich was zumutet. Das betrifft auch Autofahrer, denn die Straßen sind dicht. Michael Richter, SPD
Michael Richter (SPD) forderte die Bahn auf, die Abrissarbeiten zügig zu beginnen und sie möglichst schneller als in den geschätzten vier Wochen abzuschließen. Einen Zeitplan konnte die Bahn auf WDR-Anfrage noch nicht nennen. Ein entsprechendes Ersatzkonzept werde derzeit erarbeitet.
Unsere Quellen:
- Deutsche Bahn
- Stadtwerke Bonn
- Michael Richter (SPD), Mitglied Verkehrsausschuss
- Pendler vor Ort
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bonn, 23.04.2026, 18:31 Uhr