Neuer BHV-1-Fall im Kreis Kleve sorgt für Unruhe
Bildquelle: dpaWDR. 02:38 Min.. Verfügbar bis 25.03.2028. WDR.
Bereits in der vergangenen Woche mussten rund 1.100 Tiere wegen des Rinderviruses BHV-1 getötet werden. Nun wurde auf einem weiteren Hof in Kleve ein infiziertes Tier festgestellt.
Der betroffene Landwirt Jan Wiegersmar konnte schnell reagieren. Ein Überwachungssystem für Temperaturschwankungen machte das kranke Tier sofort sichtbar, wodurch eine größere Ausbreitung verhindert werden konnte.
Schutz wirkt, aber nicht vollständig
Auch Tierarzt Mark Holsteg von der Landwirtschaftskammer NRW bestätigt, dass die Schutzmaßnahmen greifen. Einen hundertprozentigen Schutz gebe es jedoch nicht. Das Risiko im Kreis gilt zwar aktuell als begrenzt, ausgeschlossen sei es jedoch nicht.
Grenzlage verschärft das Problem
Landwirte sehen eine Ursache in der Nähe zu den Niederlanden. Dort gelten weniger strenge Regeln im Umgang mit dem Virus. In Deutschland müssen Rinder hingegen BHV-1-frei sein. Während in den Niederlanden Tiere Antikörper haben oder geimpft sind, ist das in Deutschland nicht erlaubt. Das führt immer wieder zu Spannungen in den Grenzregionen.
"Die Sorgen sind schon massiv, wir haben immer mit der Sorge leben müssen. Jetzt ist seit einem guten halben Jahr in den Niederlanden ein massiver Ausbruch, in ganz Holland." Jan Wiegersmar, Landwirt Kleve
Fleisch kommt trotzdem in den Handel
Das Virus ist für Menschen ungefährlich. Deshalb wird das Fleisch infizierter Tiere ganz normal verkauft. Entscheidend ist vor allem das Label „BHV-frei“ für den Export. Dadurch fühlen sich manche Landwirte im Kreis Kleve benachteiligt und klagen über ein strukturelles Problem, während das Virus in anderen Regionen kaum noch eine Rolle spiele.
Unsere Quellen:
- Interview mit Landwirt Jan Wiegersmar, Kleve
- Interview mit Benedikt Giesbers, Kreisverwaltung Kleve
- Tierarzt Mark Holsteg, Landwirtschaftskammer NRW
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 24.03.2026, 17.31 Uhr
Sendung: WDR Lokalzeit Duisburg, 24.03.2026, 19.30 Uhr