Sanierung der Tonhalle beginnt
Bildquelle: WDR/Ulla Anne Giesen/Giesen,Lokalzeit aus Düsseldorf. 08.10.2025. 2 Min. 37 Sek.. Verfügbar bis 08.10.2027. WDR. Von Daniela Partenzi.
Es bröselt, bröckelt und tropft. Große weiße Flecken breiten sich über die Backsteinfassade aus. Burkhard Scheuer, kaufmännischer Geschäftsführer der Tonhalle, zeigt auf eine große Pfütze vor einer Außentreppe.
Wasserschaden an der Außenmauer
Bildquelle: WDRHier sei es selbst im trockensten Sommer immer klatschnass. "Das Hauptproblem ist Wasser, also Feuchtigkeit und alles was daraus erwächst: Schimmel, schlechtes Klima, Zersetzung der Bausubstanz." Aber woher genau kommt das Wasser? Das untersuchen Experten seit Monaten.
Abflüsse durchgerostet - Wasser läuft rein
Sie haben Wände, Böden und Decken aufgestemmt und sind sicher, dass ein Teil über die 3200 Quadratmeter große Terrasse sickert. Die alten Abflüsse sind durchgerostet - mehr Rinne als Rohr. Das Wasser läuft so durch die undichten Fugen im Backsteingemäuer und zeigt sich manchmal dort, wo man es so gar nicht erwartet - vor allem bei starkem Regen.
Wasser kam aus dem Boden und den Wänden
Intendant Michael Becker berichtet: "Wir hatten schon Späßchen, dass das Wasser unten im Foyer raus kam kurz vor der Vorstellung. Dann haben erstmal alle gefeudelt."
Als Planetarium wurde der Bau im Jahr 1926 eröffnet und 1978 nach Plänen von Architekt Helmut Hentrich in ein Konzerthaus umgewandelt. Im Zuge des Umbaus war auch die Außenfassade restauriert und der Muschelkalksockel der Westfassade ersetzt worden.
2005 wurde die Akustik im Kuppelsaal aufwendig saniert. Immer wieder wurde ausgebessert und geflickt, aber nun wären die Zustände in den Büros nicht mehr haltbar.
Mitarbeiter zum Teil in Containern
Burkhard Scheuer, Geschäftsführer der Tonhalle und Michael Becker, Tonhallen-Intendant
Bildquelle: WDR"Gesundheitsgefahr, betreten verboten", steht auf einem Schild an einer Tür. In anderen Räumen sind die Wände aufgebrochen, der nackte Stein schaut raus. Die ersten Mitarbeitenden sind schon in Container vor dem Haus gezogen, andere sitzen auf gepackten Kisten.
Burkhard Scheuer zeigt auf einen feuchten Boden, der notdürftig mit Folie abgedeckt ist, eine der übelsten Stellen. "Da kam das Wasser tatsächlich aus der Erde und aus der Wand. Deshalb wird es jetzt hier unten im Verwaltungstrakt eine Generalsanierung geben. Ab Mitte Oktober wird der Estrich rausgeschlagen, die Wände rausgeschlagen."
Bauarbeiten bei laufendem Konzertbetrieb
Wann gehämmert, gesägt und gebohrt wird, das muss sehr genau mit dem Konzertbetrieb abgestimmt werden. Denn die Shows in der Tonhalle gehen weiter.
Saal in einem Kugelbau
Regnet es denn nicht auch in den Saal rein? "Nee", freut sich Intendant Michael Becker: "Das ist tatsächlich das kluge, dass der Architekt Herr Hentrich, diesen Saal auf Stelzen gestellt hat. Der kriegt keine nassen Füße." Der Saal sei wie eine Kugel in der Tonhalle. "Da haben wir viel Glück gehabt. Es kommt nichts von den Außenwänden ran, weil es keine Außenwände gibt."
Fünf Jahre lang sollen die Arbeiten dauern. Los geht’s mit dem Verwaltungstrakt und der Westfassade am Rhein. Nach und nach wird das Gemäuer dann rundum erneuert und auch die Terrasse saniert.
Fällt da einer der Lieblingsplätze für Sommerabende aus? Burkhard Scheuer gibt Entwarnung: "Sowohl der Architekt als auch der Generalunternehmer wissen, dass das ein ganz wichtiger Ort ist." Es mag Einschränkungen geben, aber die roten Liegestühle sollen auch im kommenden Sommer wieder draußen stehen.
Unsere Quellen:
- Reporterin vor Ort
- Stadt Düsseldorf