Welche Kirchengebäude sollen in Solingen eine langfristige Perspektive haben und welche nicht? Darum ging es am Mittwochabend (11. Februar) im Bürgersaal der evangelischen Stadtkirche. 350 Menschen war dabei - Vertreter aus allen zehn Gemeinden.
Solinger Gemeindemitglieder zeigen sich aufgewühlt
Viel Aufregung gab es bei den Anwesenden - natürlich will sich keine Gemeinde von vorhandenen Gebäuden trennen. Auf der Streichliste sind vor allem die kleinen Gemeinden wie Widdert, Rupelrath, Merscheid und Ketzberg. Die großen Gemeinden müssen erstmal nichts befürchten - dazu gehören Ohligs, Wald, Mitte und Dorp.
Sitzung der evanglischen Kirche
Sehr emotional ging es zu, nachdem die Vorschläge präsentiert worden waren. Vorsitzender des Gremiums ist der ehemalige Baudezernent Hartmut Hoferichter. In der Diskussion wurden flammende Reden gehalten, warum der jeweilige Standort unbedingt erhalten bleiben müsse.
Sinkende Mitgliederzahlen in evangelischer Kirche
Richard Ritterbusch aus der Gemeinde Widdert sagt: "Meine größte Angst ist, dass wir uns gegenseitig in den Gemeinden in Grabenkämpfen verlieren. Ich glaube, dass wir als Kirche in den nächsten Jahren viel enger zusammenwachsen müssen."
Aktuell verfügt die Evangelische Kirche in Solingen über 13 aktive Kirchengebäude. Dazu kommen neun Gemeindezentren und Gemeindehäuser. Die Zahl der Gemeindemitglieder geht ebenso zurück wie die Zahl der Mitarbeitenden. Aktuell zählt man 35.000 Mitglieder, 2040 sollen es noch 16.500 sein. Darum werden Gemeinden und Kirchenkreis in Zukunft nur noch einen Teil dieser Gebäude brauchen und bezahlen können.
Klimaneutrale Nutzung ab 2035
Bis Ende 2027 soll entschieden werden. Die Synode hatte bereits entschieden, dass die Hälfte aller Gebäude bis 2035 abgestoßen werden soll.
Unsere Quellen:
- Evangelische Kirche Solingen
- Gespräche der WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR 2 Bergisches Land, Lokalzeit, 10.11.2025, 7.31 Uhr