Auf dem Bild ist eine Animation der Regiotram in Aachen zu sehen

So könnte die Regiotram durch die Städteregion rollen.

Bildquelle: AVV

Die Regiotram für die Aachener Städteregion im Lokalzeit Stadtgespräch

Stand:

Die Regiotram soll Aachen mit dem Nordkreis verbinden. Wie sinnvoll ist das Projekt? Darüber haben wir im WDR Lokalzeit Stadtgespräch gesprochen.

Von Pierre Dyckmans

Stau auf den Straßen, volle Busse, lange Pendelzeiten: Für viele Menschen in Aachen und im Nordkreis ist Mobilität zur täglichen Belastung geworden. Genau hier soll die geplante Regiotram ansetzen. Die neue elektrische Schienenverbindung soll Aachen mit Würselen, Alsdorf und Baesweiler verbinden – rund 20 Kilometer Strecke, etwa 35 Minuten Fahrzeit.

"Wir brauchen einen Systemwechsel in Aachen. Und dieser Systemwechsel kann mit der Regiotram gelingen." Dr. Stefan von der Ruhren, AVV

Die Verantwortlichen vom Aachener Verkehrsverbund (AVV) versprechen sich von dem Projekt eine deutliche Entlastung des Verkehrs und einen wichtigen Impuls für die Verkehrswende in der Region. Laut Birk Müller sei der Nordkreis einer der drei größten Verkehrsachsen Aachens. Die Busse seien täglich überfüllt - das Angebot weder attraktiv noch angenehm. Derzeit sind 330 Millionen Euro für das Großprojekt angesetzt, so der Projektleiter des AVV. Ob das auch so bleibt, sei jedoch noch unklar.

Nach Jahren der Diskussion sind die Planungen inzwischen konkreter geworden - die politischen Weichen weitgehend gestellt. 

Kosten, Bauzeit und offene Fragen 

Doch mit dem Fortschritt wachsen auch die Zweifel. Mehrere hundert Millionen Euro soll das Großprojekt kosten. Kritiker befürchten lange Bauzeiten, Einschränkungen für Anwohnerinnen und Anwohner sowie unklare Effekte für den Alltag der Menschen.  

Die Kosten verunsichern auch viele Besucher des Stadtgesprächs. Eine Frau aus Alsdorf denkt nicht, dass es bei den geplanten Budget bleibt: „Die Nordkreiskommunen sind jetzt schon klamm. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie die steigenden Kosten für das Projekt zahlen können, ohne das auf die Bevölkerung abzuwälzen.“

Auch der Verkehrsgeograph Professor Dr. Juchelka von der Uni Duisburg-Essen hat Bedenken. Er kritisiert, dass das Projekt nicht zuende gedacht wurde und an vielen Stellen die Anbindung zu anderen Verkehrsmitteln fehle. Er betont aber auch, dass Straßenbahnen in anderen Städten deutlich attraktiver als Busse seien. Dort würden die Menschen auf Schienen setzen. So komme es zu einer Verlagerung hin zur Straßenbahn. Das sei umweltschonend.

Kathrin Driessen vertritt die ASEAG. Auch sie spricht sich für den Bau der Regiotram aus: „Wir müssen den ÖPNV ausbauen. Wenn wir mehr Busse auf die Straßen bringen, kommt es auch zu mehr Verkehr. Außerdem kosten mehr Busse auch Geld.“ Mit einer Straßenbahn könne man mit dem gleichen Personal, deutlich mehr Menschen befördern.

Viele offene Fragen - und viele verschiedene Meinungen

Wie gut fügt sich die Regiotram in den bestehenden Nahverkehr ein? Rechnet sich das Projekt langfristig? Und wer profitiert am Ende wirklich davon? Diese Fragen bewegen nicht nur die Beteiligten - sondern auch viele Bürgerinnen und Bürger in der Region. Und immer spielen Chancen, Risiken und die konkreten Auswirkungen der Regiotram eine Rolle. 

Über das Dilemma haben wir auch beim WDR Lokalzeit Stadtgespräch im Alten Schlachthof in Aachen und live bei WDR 5 gesprochen. Viele eurer Fragen und Anregungen haben wir mit in die Diskussion mit unseren Gästen genommen.

Trailer: Stadtgespräch Regiotram

Bildquelle: AVV

Lokalzeit aus Aachen 30.01.2026 1 Min. 44 Sek. Verfügbar bis 30.01.2028 WDR Von Pierre Dyckmans

Quellen:

  • WDR Reporter vor Ort
  • Aachener Verkehrsverbund
  • ASEAG
  • Stadt Aachen

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Aachen, 29.01.2026, 19.30 Uhr

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