Harvester-Einsatz für den Wald der Zukunft in Remscheid

Bildquelle: WDR / Timo Spicker

Lokalzeit Bergisches Land 20.11.2025 3 Min. 7 Sek. Verfügbar bis 20.11.2027 WDR Von Timo Spicker

Harvester-Einsatz für den Wald der Zukunft in Remscheid

Stand:

Rund um Remscheid holt ein Harvester gerade aus dem Wald, was davon noch übrig ist: sogenannte Dürrständer, abgestorbene Fichten. Es sind vertrocknete Überbleibsel der Borkenkäfer-Plage der vergangenen Jahre.

Von Timo Spicker

Wegen des Regens der vergangenen Wochen konnte der Harvester lange nicht arbeiten. Trotz seiner schweren Ketten wäre er im Waldboden eingesunken. Jetzt holt er auf, was liegen geblieben ist. Eigentlich eher das, was noch nicht liegt. Er fällt die sogenannten Dürrständer. So nennen Förster die völlig kahlen und vertrockneten Fichten.

Tot, aber nicht wertlos

In den vergangenen Jahren kamen erst die Trockenheit und dann der Borkenkäfer. Die Schädlinge haben Tausende Hektar Fichtenwald zunichte gemacht. Die meisten Bäume sind längst gefällt. Die trockenen Stämme, die noch stehen, galten lange als wertlos.

Nahaufnahme eines roten Harvester in einem Waldgebiet

Der Harvester im Einsatz im Remscheider Wald

Bildquelle: WDR / Timo Spicker

Lukas Sieberth, Leiter des städtischen Forstamtes in Remscheid, sieht für das Rest-Holz noch Potential, nicht nur zum Heizen. Dachlatten ließen sich daraus ebenso machen wie Sperrholzplatten. Bei der Durchforstung der letzten Borkenkäfer-Flächen geht es ihm und seinem Team aber um etwas ganz anderes.

Der Wald der Zukunft

Revierförster vor abgeholztem Waldstück

Lukas Sieberth, Leiter des städtischen Forstamtes Remscheid

Bildquelle: WDR/ Timo Spicker

Ziel der Förster ist der Wald der Zukunft. Der besteht aus Bäumen, die dem Klimawandel trotzen und Trockenphasen überstehen können. Dafür müssen die alten Bäume weg. Den freiwerdenden Platz holt sich die Natur zum Teil selbst zurück. Naturverjüngung nennen das die Forstleute. Sie helfen der Natur aber nach.

Bloß keine Monokulturen mehr

Luftaufnahme eines abgeholzten Waldgebietes

Luftaufnahme eines abgeholzten Waldgebietes

Bildquelle: WDR / Timo Spicker

Früher hat man vielerorts reine Fichtenwälder gepflanzt. Weil sie schnell wachsen und schnelles Geld bringen. Der Wald der Zukunft aber ist ein Mischwald. Zum Beispiel mit Buchen, Weißtannen, Roteichen oder Esskastanien. Welche Baumarten sich am Ende wirklich gegen den Klimawandel durchsetzen, kann Lukas Sieberth nicht sagen. "Das ist ein bisschen das Prinzip Hoffnung“.

Unsere Quellen:

  • Reporter vor Ort
  • Stadtforstamt Remscheid

Über dieses Thema berichten wir am 20.11.2025 auch im Fernsehen: WDR Lokalzeit Bergisches Land, 19:30 Uhr.

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