Forschung des BUND: Mehr Wildkatzen im Siebengebirge als angenommen

Bildquelle: WDR/ Nacho Ruiz

2 Min. 38 Sek. Verfügbar bis 29.08.2027

Forschung des BUND: Mehr Wildkatzen im Siebengebirge als angenommen

Stand:

Im Siebengebirge gibt es deutlich mehr Wildkatzen als bisher angenommen. Im Rahmen eines Projekts mit dem Titel "Wildkatzenwälder von Morgen" konnte der BUND jetzt 25 Tiere nachweisen.

Sie schleichen durch dichtes Gestrüpp. Dornen machen ihrem dicken Fell nichts aus. Totholz lieben sie: die Wildkatzen. Deshalb scheinen sie sich im Siebengebirge wohl zu fühlen.

"Die mag gerne Wälder, braucht diese Verstecke, um ihre Jungtiere großzuziehen, sie ist ja auch nachtaktiv, das heißt, sie braucht auch tagsüber Verstecke, wenn hier viel los ist", sagt Wildkatzenexpertin Christine Thiel-Bender vom BUND.

Genetischer Nachweis mit Haaren der Tiere

Christine Thiel-Bender, BUND, haut einen Holzpflock in den Boden.

Mit einem präparierten Holzpflock können Wildkatzen nachgewiesen werden.

Bildquelle: WDR/ Anette Flentge

Christine Thiel-Bender und ihre Team haben sie mit angerauten Holzpflöcken nachgewiesen. Zehn solcher Pflöcke hatten sie im Siebengebirge aufgestellt und mit Baldrian eingesprüht.

Das wirke auf die Tiere wie eine Art Sexuallockstoff, so Thiel-Bender: "Die Wildkatze reibt sich daran und ihre Haare bleiben hängen." Mit diesen Fellproben habe man die Tiere genetisch nachweisen können.

Überraschend viele Tiere im Siebengebirge nachgewiesen

So konnten 25 der als gefährdet geltenden Tiere genetisch bestimmt werden. Die Wildkatzen sind grau getigert, wirken durch ihr dichtes Fell dicker als die Hauskatzen und haben einen buschigeren Schwanz.

"Dass so viele Wildkatzen wieder da sind, dass ist jetzt ganz neu für uns und sehr schön". Christine Thiel-Bender, BUND

Im Nationalpark Eifel sei die Wildkatze schon länger, habe sich gut vermehrt. Im Siebengebirge sei sie seit 10 Jahren wieder beheimatet.

Wildkatzen im Siebengebirge nachgewiesen

Bildquelle: WDR

Lokalzeit aus Bonn 29.08.2025 25 Min. 22 Sek. Verfügbar bis 29.08.2027 WDR Von Anette Flentge

Lebensraum für Wildkatzen schaffen

"Die Wildkatze ist wichtig, um die Artenvielfalt zu erhalten", sagt Thiel-Bender. Das vom Bundesamt für Naturschutz finanzierte Projekt zielt darauf ab, in den Wäldern wieder Lebensraum für Wildkatzen zu schaffen, so dass sie sich weiter ausbreiten können.

Naturverjüngung heißt dabei das Zauberwort: Junge Bäume nicht pflanzen, sondern der Natur überlassen, was hier wachsen wird. Dazu Totholz liegen lassen, Das ist der Plan.

Unsere Quellen:

  • BUND
  • Christine Thiel-Bender, BUND
  • Reporterin vor Ort

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