Zwei Helferinnen tragen Westen mit der Aufschrift "Essen & mehr für Obdachlose in Köln"

Wasser für Wohnungslose: Unterwegs mit den Kölner "Straßenwächtern"

Stand:

Bei der aktuellen Gluthitze sind die Kölner "Straßenwächter" verstärkt im Einsatz: Die Ehrenamtler versorgen Menschen, die auf der Straße leben, mit Wasser. Die sind der Sonne oft permanent ausgesetzt.

Es sind 20 Flaschen Wasser, die die Freiwilligen auf einem Karren gestapelt haben. Bei über 30 Grad und knallender Sonne fächern sich einige schon Luft zu - obwohl die Tour gerade erst begonnen hat.

Die Kölner Straßenwächter sind auch bei Hitze-Wetter unterwegs und verteilen an Wohnungslose Kompressoren, Essen - und besonders: Wasser! Auch am späten Dienstagnachmittag.

Hohe Temperaturen - besondere Maßnahmen

Am Zülpicher Platz starten vier Freiwillige. "Das Verteilen von Wasser ist fast schon überlebenswichtig", erklärt Katharina Grossmann. Die Straßenwächter sind jeden Tag in der Innenstadt unterwegs. Die hohen Temperaturen erfordern besondere Maßnahmen: "Normalerweise haben wir weniger Wasser dabei."

Wohnungslose auf der Suche nach Schatten

Mann hält einen Becher Wasser und etwas zu Essen in seinen Händen.

Patrick mit Wasser und Essen: Er will nicht erkannt werden

Bildquelle: WDR / Finn Tönjes

Einer der Wohnungslosen ist Patrick. Er ist 35 Jahre alt und lebt seit vier Jahren auf der Straße. Patrick sagt über die aktuellen Temperaturen:

Momentan ist es krass. Ich suche immer Plätze im Schatten. Oder einen Ort, wo ich zumindest meinen Kopf etwas nass machen kann. Patrick, Wohnungsloser aus Köln

Er wünscht sich, dass die Menschen ihm und anderen mehr Aufmerksamkeit schenken. Auch eine Wasserflasche wäre ihm sehr viel wert.

Eine Frau schüttet einer Person Wasser in ihren Becher.

Katharina Grossmann von den Kölner Straßenwächtern

Bildquelle: WDR / Finn Tönjes

Nach dem kurzen Stopp geht es weiter. "Es ist sowieso eine anstrengende Tätigkeit, aber bei solchen Bedingungen ist es noch anstrengender", sagt Katharina Grossmann.

Sie erzählt: "Es ist wichtig, dass wir jeden Tag unterwegs sind.

Gerade jetzt merkt man auch einfach, wie durstig die Menschen sind. Dann bitten sie darum, dass wir ihren Becher drei oder vier Mal nachfüllen. Katharina Grossmann, Straßenwächter e.V.

Während der Tour leert sich der Karren zusehends. Der Bedarf ist groß.

Das kann jeder tun

Am Abend ist die Tour beendet. Die Wasserflaschen sind leer. Die Nachfrage war enorm. Es wird aber wohl nicht der letzte heiße Tag des Jahres sein.

Katharina empfiehlt daher allen, die helfen möchten, Wasser zu kaufen und es den wohnungslosen Menschen zu geben. Auch wenn es am Anfang vielleicht schwierig erscheint. Sie appelliert: "Man muss sich zwingen hinzuschauen."

Wasser für Wohnungslose: Unterwegs mit den Kölner "Straßenwächte

WDR Studios NRW 02.07.2025 36 Sek. Verfügbar bis 02.07.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
  • Katharina Grossmann von Straßenwächter e.V.
  • Patrick, Wohnungsloser

Über dieses Thema berichten wir am 2. Juli 2025 auch im WDR Hörfunk: WDR2-Lokalzeit für das Rheinland, 6:31 Uhr.

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