Falsche Fütterung von Kanadagänsen am Kemnader See | Video
00:35 Min.. Verfügbar bis 29.07.2028.
Aufgeregtes Quaken ist aus einer Tasche am Ufer des Kemnader Sees zu hören. Die Tasche gehört Tierschützerin Sabreena Wiets. Sie bringt drei kleine Kanadagänse in ihr altes Leben am See zurück. Unbekannte schossen mit Armbrustpfeilen auf die Tiere und verletzten sie schwer.
"Jedes Tier in Freiheit ist ein gutes Tier." Tierschützerin Sabreena Wiets
Sabreena Wiets hat drei Gänse am Kemnader See wieder ausgesetzt.
Eine Geschichte mit Happy-End. Doch die Wasservögel sind auch noch auf andere Art und Weise durch den Menschen gefährdet. Rund um den Kemnader See entdecken Passanten immer wieder offensichtlich kranke Kanadagänse.
Kanadagänse haben die Kippflügelkrankheit
Zerrupfte Gefieder, abstehende Flügel und ein humpelnder Gang sind die augenscheinlichen Symptome. Sabreena Wiets hat sich bei einer Bochumer Tierärztin erkundigt. Die Diagnose: Kippflügelkrankheit.
Eine Entwicklungsstörung bei Jungvögeln. Ausgelöst durch falsches Futter und schnell wachsende Federn, während die Gelenke bei dem Gewicht nicht mithalten können. Laut Fachliteratur vor allem da zu beobachten, wo Wasservögel regelmäßig gefüttert werden.
Mit Waffeln gefüttert
Eigentlich sollten die Kanadagänse nur Gräser und Wasserpfanzen fressen. Tatsächlich beobachtet auch das WDR-Team vor Ort, dass die Gänse zum Beispiel mit Eiswaffeln falsch gefüttert werden. Und das die Gänse immer wieder um Futter betteln und den Menschen hinterherlaufen.
Darauf angesprochen erzählen die fütternden Passanten von ihrem schlechten Gewissen. Sie wüssten, dass es falsch sei, seien aber schwach geworden. "Weil sie es ja in dem Moment wollen, wie ein Hund, der immer bettelt."
Tiere bleiben flugunfähig
Warnschilder, dass die Fütterung von Wildgänsen verboten ist, sucht man an dem See vergebens. Als Erinnerungshilfe wären sie vielleicht eine Option. Denn Fachleute sagen, es grenzt an Tierquälerei die Gänse so fett zu füttern.
Die Tiere erkranken und bleiben für immer flugunfähig. Und so sind sie leichte Beute - für Hunde und auch für die Unbekannten, die mit ihren Armbrustpfeilen Jagd auf die Kanadagänse gemacht haben.
Unsere Quellen:
- Tierschützerin Sabreena Wiets
- Beobachtungen unserer WDR Reporterin vor Ort
Sendung: WDR.de, Falsche Fütterung von Kanadagänsen am Kemnader See, 29.97.2026, 20:00 Uhr
