Diese angeschossene Gans hatte Glück: Ihr verletzter Flügel wurde verarztet

WDR 00:51 Min. Verfügbar bis 22.07.2028

Mehrere Vorfälle Kanadagänse beschossen - PETA bietet Belohnung für Hinweise

Stand:

In Bochum und Witten werden Kanadagänse seit mehreren Wochen mit Pfeilen von Unbekannten verletzt. Die Polizei ermittelt.

Sie sind meist unerwünschte Gäste in den öffentlichen Grünanlagen in unseren Städten - Kanadagänse. In Bochum werden die Tiere seit einigen Wochen wohl gezielt verletzt. Auf der Wittener Seite am Kemnader See mehren sich Vorfälle, bei denen die Tiere wohl mit einer Armbrust beschossen worden sein sollen.

"Ich habe eine lethargische Gans gesehen und dachte, dass die sich vielleicht was eingefangen hat. Und dann habe ich den Pfeil gesehen." Sabreena Wiets, Verein "Aktiv für Tiere - Tauben- und Wasservogelhilfe"

Sabreena Wiets engagiert sich ehrenamtlich bei der Gruppe "Aktiv für Tiere - Tauben- und Wasservogelhilfe". Sie hat die verletzten Vögel zufällig entdeckt und direkt reagiert: "Ich habe dann sofort mein Team und die Polizei gerufen."

Ein Röntgenbild von einer Gans mit einem Pfeil im Flügel

Rechts oben ist der Pfeil deutlich zu sehen

Pfeile bisher einziges Beweismittel

Insgesamt gab es seit Anfang Juni mindestens vier Taten, die Polizei bestätigt, dass mehrere Anzeigen eingegangen sind. Ein Pfeil soll sogar 12 Zentimeter tief im Körper eines Tieres gesteckt haben. Erst waren nur Einzelne betroffen, dann wurden mehrere Gänse gleichzeitig verletzt.

Der Flügel einer Gans wird mit einem Verband umwickelt.

Die verletzte Gans muss ärztlich versorgt werden

Eine Babygans wurde am Ellenbogengelenk verletzt. Ob sie jemals wieder fliegen kann, bleibt fraglich. Die Tierschützer kümmerten sich und brachten die verletzten Gänse in eine Tierarztpraxis. Danach wurden sie wieder freigelassen - sofern das ging. Eine Gans wurde von einem Jäger erschossen.

Belohnung für Hinweise

Die Tierschutzorganisation PETA hat jetzt in einer Pressemitteilung veröffentlicht, dass sie eine Belohnung für Hinweise auf den Täter aussetzen: 1.000 Euro soll es geben. "Der oder die Täter müssen schnellstmöglich gefunden werden, bevor weitere Tiere oder auch Menschen zu Schaden kommen", sagt Peter Höffken, Fachreferent bei PETA.

Außerdem macht PETA darauf aufmerksam, dass die Jagd der Tiere nicht dazu geeignet ist, deren Population zu regulieren. Viel effektiver sei es den Lebensraum unattraktiv zu gestalten, indem man die Gänse nicht füttert, die Flächen speziell bepflanzt und gleichzeitig auch attraktive Ausweichflächen schafft.

Armbrust-Einsatz Verstoß gegen das Waffengesetz

Ob die Tatwaffe eine Armbrust oder eine andere Waffe ist, kann die Polizei derzeit noch nicht sagen. Die Pfeile sind für die Polizei bisher das einzige Beweismittel. "Das ist eine Straftat, beziehungsweise ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz", sagt Marcella Nows von der Polizei Bochum. "In diese Richtung werden wir ermitteln."

Sollte wirklich jemand mit einer Armbrust geschossen haben, wäre das außerdem ein Verstoß gegen das Waffengesetz, so die Polizei. Um den oder die Schützen zu finden, sind die Beamten auf die Mithilfe von Zeugen angewiesen. Abgeklärt wird momentan auch, ob Wildkameras installiert werden können. Sie sollen ebenfalls unterstützen, den oder die Täter ausfindig zu machen.

Sabreena Wiets ist weiter einfach nur fassungslos: "Wir lassen unsere Schützlinge dort raus, die wir gepflegt haben und dann passiert sowas. Man fühlt sich so machtlos, weil man die Person nicht kriegt. Das macht einen verständnislos, was die Menschen für eine Einstellung haben gegenüber der Natur und den Tieren."

Unsere Quellen:

  • Verein Aktiv für Tiere - Tauben- und Wasservogelhilfe
  • Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
  • Polizei Bochum
  • Pressemitteilung von PETA

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Ruhr, 22.07.2026, 18:09 Uhr

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