Nach Verbot von Protestkonzert

Musiker blockieren Vonovia-Zentrale

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Seit heute Morgen protestiert eine Musikgruppe vor der Vonovia-Zentrale in Bochum. Es geht um ein Konzert, das die Stadt verboten hat.

In Bochum blockieren seit dem frühen Morgen rund 90 Musikerinnen und Musiker die Zufahrt zur Zentrale von Vonovia. Die Initiative "Lebenslaute", die klassische Musik mit politischen Themen verbindet, will damit gegen die Wohnungspolitik des Konzerns protestieren.

"Wir treten dafür ein, dass Wohneigentum kommunal oder gemeinschaftlich verwaltet wird." Katinka Poensgen, Musikinitiative Lebenslaute

Für morgen war mit Unterstützung der Mietervereine Bochum und Dortmund eigentlich ein Protestkonzert der "Lebenslaute" im Kunstmuseum Bochum geplant, unter dem Titel "Viva la Musica - enteignet Vonovia". Dabei waren nach Angaben der Initiative auch Redebeiträge zu Wohnungsnot, Verdrängung und zum Geschäftsmodell großer Immobilienkonzerne geplant.

Stadt Bochum befürchtet Straftaten beim Konzert

Die Stadt hat das Konzert aber verboten. Sie begründet das in einer offiziellen Erklärung damit, dass nicht auszuschließen sei, dass es bei der Veranstaltung zu Straftaten wie Verleumdung und üble Nachrede kommen könne - zumal auch ein konkreter Unternehmensname genannt werde.

Grundsätzlich wäre es für die Stadt in Ordnung gewesen, Wohnungsnot und Kritik am Vorgehen einiger Akteure auf dem Wohnungsmarkt zu thematisieren, da das der sachlichen Auseinandersetzung diene.

Initiative will Konzert trotzdem geben

Dass es zu möglichen Straftaten kommen könne, weist "Lebenslaute" in einer offiziellen Mitteilung zurück und spricht von einem "politischen Eingriff in die Kunstfreiheit". Das Verbot sei ein weiteres Beispiel dafür, "wie öffentlicher Raum und verfassungsrechtlich geschützte Freiheiten unter Druck geraten, wenn wirtschaftlich mächtige Akteure kritisiert werden". Die Musikinitiative will stattdessen morgen vor dem Museum spielen.

Musiker blockieren Vonovia-Zentrale

Bildquelle: Rainer Kuka / WDR

WDR 06.08.2026 00:33 Min. Verfügbar bis 05.08.2028

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Unsere Quellen:

  • WDR-Reporter vor Ort
  • Gespräch vor Ort mit Katinka Poensgen von der Initiative "Lebenslaute"
  • Mitteilung der Stadt Bochum
  • Mitteilung der Initiative "Lebenslaute"

Sendung: WDR 2, WDR 2 für Rheinland, Ruhrgebiet und Niederrhein, 06.08.2026, 10:30 Uhr