Für Ralf Meyer beginnt der Umbau mit einem klaren Wunsch: "Dass das Gefühl an der Castroper, dieses nahe Fußballgefühl, bleibt - aber gleichzeitig modern und komfortabel." Meyer koordiniert in den nächsten drei Jahren für die Stadt Bochum die Renovierung des Ruhrstadions an der Castroper Straße - eine Kultstätte des deutschen Fußballs und Heimat des Zweitligisten VfL Bochum. Gerade sind im Außenbereich die ersten Bagger angerückt.
Platz für mehr Fußballfans
Es ist wie eine Operation am offenen Herzen, alles im laufenden Spielbetrieb. Technik, Tribünen, Toilettenanlagen: Über 90 Millionen Euro soll das kosten. Gleichzeitig werden die Fans im Stadion teilweise immer wieder mit unterschiedlichen Sperrungen rechnen müssen. Einige Dauerkarteninhaber müssen auf ihre Plätze verzichten. Statt wie bislang 26.000 soll das Ruhrstadion am Ende eine Kapazität von 28.000 Plätzen haben.
Neues Parkhaus und zentraler Eingang
Auch die Anreise für die Fans soll komfortabler werden. Neben einem neuen Parkhaus, einem zentralen Stadionumlauf wird es auch eine neue Plaza mit zentralem Eingang im Bereich der Ostkurve geben. "Ich denke, nach 50 Jahren muss mal ein bisschen was getan werden", meint VfL-Fan Klaus Mock. "Ob das jetzt drei Jahre dauern muss und Dauerkartenplätze wegfallen?" Schulterzucken. "Aber ansonsten gibt es keine Alternative zum Stadion an der Castroper Straße."
Darüber wurde in Fankreisen allerdings kräftig diskutiert. Manche hätten sich auch einen Neubau in der Nachbarschaft gewünscht, andere wollten auf jeden Fall am jetzigen Standort festhalten. "Natürlich gibt es immer andere Meinungen", sagt Ralf Meyer, der städtische Stadionbeauftragte, dazu. Aber die Entscheidung sei mit der Stadt, den Fans und dem VfL gemeinsam getrofffen worden - unter anderem über zwei Infoveranstaltungen. "Ich glaube, das ist die richtige Entscheidung."
Diskussionen auch vor 50 Jahren
Auch Mitte der 70er Jahre gab es viele Diskussionen und letztlich auch schon einen ersten Ausbau des Ruhrstadions. Wenige Jahre zuvor war der VfL in die 1. Fußball-Bundesliga aufgestiegen. Ottakar Wüst, seinerzeit legendärer Präsident des Vereins, setzte sich bei der Stadt mit seinen Ideen durch: "Denn auf Sicht wären wir in der Bundesliga nicht mehr konkurrenzfähig gewesen."
Auch heute klingen die Argumente der Befürworter der Renovierung ähnlich. Für Ralf Meyer macht das alles großen Sinn: "Wir wollen dann auch sehen, dass wir die nächsten 30 Jahre neben der normalen Instandhaltung nichts mehr reinstecken müssen. Darum fangen wir es jetzt einmal richtig an."
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Interview mit Ralf Meyer, Bochumer Sportstätten Besitzgesellschaft
- Interview mit dem VfL Bochum
- Interview mit Fans
Sendung: WDR.de, Umbau des Ruhrstadions in Bochum, 31.07.2026, 18:22 Uhr