Vernachlässigt Duisburg den Klimaschutz?

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WDR 3 Min. 7 Sek. Verfügbar bis 27.08.2028

Umweltaktivisten sorgen sich Bremst Duisburg den Klimaschutz aus?

Stand:

Das Bündnis "Klimaentscheid" in Duisburg kritisiert die Stadt und den Rat. Es fehle ein Konzept bis 2045 klimaneutral zu werden.

Von Petra Vennebusch

Kerstin Ciesla vom BUND Duisburg schlendert über den Duisburger Bahnhofsvorplatz. "Hier hat alles angefangen," erzählt sie. Vor 11 Jahren fällte die Stadt Duisburg hier unter großem Protest und Polizeischutz eine Platanenallee für die Neugestaltung. Für die Umweltaktivistin mehr als nur ein Symbol verfehlter Klimaschutzpolitik: "Die großkronigen Bäume fehlen heute als Schattenspender."

Klimaentscheid fordert in offenem Brief mehr Klimaschutz

Eine Frau mit grauen Haaren, einem dunklen Oberteil und einem grünen Halstuch hält einen Zettel in beiden Händen

Kerstin Ciesla vom BUND Duisburg hat den Offenen Brief des Klimaentscheids auch unterschrieben.

Bildquelle: WDR/Petra Vennebusch

Das sei aber nur ein Beispiel, die Klimapolitik in Duisburg in Frage zu stellen. Deshalb hat das Bündnis "Klimaentscheid Duisburg" einen offenen Brief an die Stadt und alle Ratsvertreter geschrieben. Ihre größte Sorge: künftig könnte deutlich weniger Geld für Klimaanpassung und Klimaschutz ausgegeben werden.

"Es gibt ein paar Pilotprojekte, aber das reicht nicht, dafür ist die Stadt einfach zu heiß." Kerstin Ciesla, BUND Duisburg

Stadt verschiebt Klimaneutralität um zehn Jahre

Die Sorge ist nachvollziehbar. Duisburg steht vor der Haushaltssicherung. Für die kommenden zwei Jahre soll ein Doppelhaushalt verabschiedet werden. Im Juli hatte eine Mehrheit des Rates aus SPD, CDU und Junges Duisburg schon zugestimmt die Klimaneutralität um zehn Jahre auf 2045 zu verschieben.

CDU-Ratsherr Peter Ibe hält das nach wie vor für die richtige Entscheidung. "Es geht ja nicht darum Klimaschutz zu verhindern, sondern nur zu verschieben, es gibt ja durchaus Projekte, die man mit wenigen finanziellen Mitteln schon anschieben kann."

Aber auch er wartet auf einen Fahrplan der Verwaltung. Vor allem will er wissen wie die Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung in den kommenden Jahren aussehen könnten.

Ein Mann mit hellen Haaren und Brille schaut in die Kamera. Er trägt ein schwarzes Shirt. Im Hintergrund die Duisburger Innenstadt
"Ich glaube schon, dass dieser Sommer nochmal etwas verändert und wir vieles anders sehen werden. Und einen Fahrplan können wir auch nochmal verändern." Peter Ibe, CDU-Ratsherr

Den Fahrplan oder die Roadmap, wie es bei der Stadt heißt, kündigt die Verwaltung seit drei Jahren an. "Sie befindet sich derzeit in der finalen Abstimmung und wird dem Stadtrat vorgelegt," heißt es in einer schriftlichen Antwort des Umweltdezernats. Und auf Nachfrage: in der nächsten Ratssitzung Ende September.

Stadt Duisburg nicht zu Interviews bereit

Zu einem Interview mit dem WDR ist die Stadtspitze nicht bereit. Unsere Fragen werden alle nur schriftlich beantwortet. Das erschwert die Recherche und kritisches Nachhaken. Immerhin gibt es ausführliche Statements, wie die Stadt Klimaanpassung und -schutz finanzieren will.

Ein Trinkwasserbrunnen von oben fotografiert. Links daneben hält jemand eine blaue Trinkwasserflasche und das Wasser vom Brunnen fließt dort hinein.

Stadt setzt beim Hitzeschutz auf Trinkwasserbrunnen.

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"Die Stadt nutzt zum Beispiel auch Mittel aus dem NRW-Infrastrukturgesetz, um wichtige Investitionen langfristig abzusichern." In den nächsten zehn Jahre könne damit in energetische Sanierungen, Klimaschutz, Klimaanpassung und Verkehrsinfrastruktur investiert werden.

"Das erfordert aber auch erhebliche Eigenmittel der Stadt, ich sehe nicht, wo die im Haushalt auftauchen," kritisiert Kerstin Ciesla vom BUND Duisburg. Auch das Bündnis "Klimaentscheid" bleibt weiter skeptisch.

Grünen-Politikerin: Andere Städte beim Klimaschutz weiter

Drei Menschen, zwei Männer und eine Frau, halten eine weiß-grüne Fahne mit der Aufschrift: "The climate is changing why aren't we?"

Akivisten vom Klimaentscheid protestieren während der Sonnenfinsternis gegen die Klimapolitik der Stadt.

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Gabriele Siegert von Bündnis 90/ Die Grünen ist Mitglied beim Klimaentscheid. "Es gibt ja nicht einmal eine Bilanz, was in Duisburg überhaupt an CO2 emittiert wird", sagt sie. Andere Städte seien da viel weiter. Und auch Bund und Land täten mehr für Klimaanpassung und Klimaschutz.

"Wir alle sehen doch wie sich die Klimakrise entwickelt und dass wir darunter leiden, es ist frustrierend, aber auch aktivierend." Gabriele Siegert, Bündnis "Klimaentscheid"

Die Stadt listet in ihrer Stellungnahme viele Einzelprojekte auf von Hitezaktionsplan, über den Solarport mit Photovoltaikanlagen, Gebäudesanierung und, und, und...Der ganz große Wurf sei das nicht, so die Klimaschützer. Jetzt sind alle gespannt auf die angekündigte Roadmap zur Klimaneutralität.

Unsere Quellen:

  • Klimaentscheid Duisburg
  • Umweltdezernat der Stadt Duisburg
  • Gespräch mit Kerstin Ciesla, BUND Duisburg
  • Gespräch mit Gabriele Siegert, Bezirksvertreterin für Bündnis 90/Die Grünen
  • Gespräch mit Peter Ibe, CDU-Ratsherr

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Duisburg, 27.08.2026, 19:30 Uhr

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