In Australien vermisste Backpackerin aus Castrop-Rauxel gefunden | Kurzvideo

Bildquelle: WDR

42 Sek. Verfügbar bis 11.07.2027

Im Outback vermisst: "Sie kann nicht glauben, dass sie gefunden wurde."

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Nach 12 Tagen im Outback wurde eine 26-Jährige Deutsche gerettet – ihr Van hatte sich anscheinend im Sand festgefahren und sie suchte zu Fuß Hilfe.

"Sie konnte eine vorbeikommende Autofahrerin anhalten. Sie hatte die Hoffnung schon aufgegeben, gefunden zu werden," sagte eine australische Polizistin bei einer Pressekonferenz. Die 26-Jährige Carolina W. aus Castrop-Rauxel wurde am Freitag in der Wildnis der Region Western Australia gefunden und von der Polizei mit einem Flugzeug in ein Krankenhaus in Perth gebracht. Dort wird sie jetzt behandelt.

Dehydriert, hungrig und hoffnungslos

Die Polizistin sagte, Carolina W. sei dehydriert, hungrig und leicht verletzt gewesen. "Sie hatte die Hoffnung schon aufgegeben, gefunden zu werden. Auch nach der ersten Nacht im Krankenhaus kann sie es noch nicht glauben, dass sie tatsächlich gefunden wurde." Sie habe elf Tage lang Regenwasser aus Pfützen getrunken und teilweise in Höhlen übernachtet.

In dieser weitläufigen Region gefunden zu werden, in der nur sehr wenige Menschen leben, sei pures Glück gewesen. Die Temperaturen lagen in der Nacht um den Gefrierpunkt, es habe viel geregnet. "Zum Glück war es tagsüber nicht zu heiß," sagte die Polizistin bei der Pressekonferenz.

"Sie hatte keine Schuhe an, ihr Fuß war verbunden." Autofahrerin, die Carolina fand.

Ihre Retterin war eine Frau aus der Region, die zufällig vorbeifuhr und Carolina entdeckte. "Im Busch ist alles sehr dornig. Ich kann nicht glauben, dass sie überlebt hat. Sie hatte keine Schuhe an, ihr Fuß war verbunden." erzählte die Autofahrerin dem Fernsehsender ABC News.

Ein Screenshot aus einem ABC-Fernsehvideo zeigt Carolina W. (r) beim Einsteigen in ein Flugzeug

Carolina W. wurde per Flugzeug in ein Krankenhaus gebracht

Bildquelle: Abc/ABC/AAP/dpa

Sie habe sich grob am Sonnenstand versucht zu orientieren und versucht nach Westen zu laufen, in der Hoffnung, eine Straße oder Menschen zu finden, erzählte die Polizistin weiter. Sie wurde etwa 24 Kilomter entfernt von ihrem Auto gefunden und war orientierungslos.

Australische Polizei mit Details zur Rettung der deutschen Backpackerin

WDR Studios NRW 12.07.2025 2 Min. 51 Sek. Verfügbar bis 12.07.2027 WDR Online

Keine Hinweise auf ein Verbrechen

"Wie Sie sich vorstellen können, hat sie offensichtlich sehr viel durchgemacht. Sie hat einige Verletzungen, sie wurde von Moskitos heimgesucht", zitieren australische Medien ihre Retterin. "Sie hat ein unglaubliches Trauma durchgemacht." Laut der Polizei gibt es keine Hinweise auf ein Verbrechen.

Lange fehlte jede Spur

Fast zwei Wochen lang wurde sie in Australien vermisst. Am Donnerstagmorgen hat die australische Polizei bekannt gegeben, dass sie ihren Van gefunden hat - verlassen in der Wildnis. "Es sieht so aus, als hätte sie die Kontrolle über das Fahrzeug verloren, es einen technischen Defekt gab und sie sich dann im Sand festgefahren hat," sagte die Polizei.

Carolina W. stammt aus Castrop-Rauxel und war seit rund zwei Jahren als Rucksackreisende in Australien unterwegs. Die 26-Jährige reiste allein, arbeitete in Hostels, auf Farmen und zuletzt in abgelegenen Gegenden im Westen des Landes.

Handy ausgeschaltet - keine Posts mehr in sozialen Medien

Die letzten Bilder von Carolina stammten zuvor von einer Tankstelle in Toodyay, einem kleinen Ort nordöstlich von Perth. Da wurde sie am 28. Juni von Überwachungskameras erfasst. In der Region gibt es nicht überall Handy-Empfang.

"Die Ostküste ist noch auf ihrer To-Do-Liste." Polizistin

Carolinas Freunde und Familie in Castrop-Rauxel waren verzweifelt. Ein Freund der Familie sagte dem WDR am Donnerstag, dass er und seine Frau überlegten, ihr Geschäft zu schließen und selber runter zu fliegen. Aber das Gebiet dort ist riesig. 16 Millionen Fußballfelder groß. Die Menschen in der dünn besiedelten Region unterstützten die Polizei bei der Suche.

Carolina will weiter Reisen

"Carolina hat mir gesagt, dass sie Australien liebt. Sie will hier noch so viel reisen", sagte die Polizistin bei der Pressekonferenz. "Sie hat es noch nicht zur Ostküste geschafft, das ist also immer noch auf ihrer To-Do-Liste."

Unsere Quellen:

  • Pressekonferenz der Western Australia Police Force
  • ARD-Korrespondentin
  • Telefonat mit einem Freund der Vermissten
  • dailymail.co.uk
  • Premierminister von WA Roger Cook auf Instagram
  • ABC News
  • The West Australian
  • Nachrichtenagenturen dpa und AFP

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