Mobiles Labor testet Brunnenwasser in Datteln

Bildquelle: WDR / Julian Lang

WDR 02:39 Min. Verfügbar bis 24.08.2028

Großer Andrang am Labormobil in Datteln Was steckt im Brunnenwasser?

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Mit Wasserproben stehen am Donnerstag zahlreiche Menschen vor dem Labormobil des Vereins VSR-Gewässerschutz auf dem Neumarkt in Datteln Schlange. Sie wollen wissen, was in ihrem Brunnenwasser steckt.

Von Julian Lang

Vor dem Labormobil des Vereins VSR-Gewässerschutz bildet sich eine Schlange. In den Händen der Wartenden: Wasserflaschen und Probebehälter mit Wasser aus ihren privaten Brunnen. Denn: Viele sorgen sich um die Nutzung des Brunnenwassers für Pool, Garten oder Tiere. Manche Untersuchungsergebnisse gibt es direkt vor Ort. Auf die umfassenderen Laboranalysen müssen die Besitzer allerdings warten.

Die Brunnenbesitzer können verschiedene Untersuchungspakete buchen. Die kleinste Untersuchung umfasst Salzgehalt, Nitrat und den pH-Wert. Diese Werte können direkt im Labormobil bestimmt werden. Kostenpunkt: 19 Euro. Für viele Besucher steht dabei eine ganz praktische Frage im Mittelpunkt: Kann das Wasser bedenkenlos genutzt werden?

Familien wollen Sicherheit für Pool und Garten

Unter den Wartenden sind zahlreiche Familien, viele mit Kindern. Sie möchten vor allem wissen, ob sich das Brunnenwasser zum Befüllen von Pools eignet. Andere Besucher versorgen ihre Haustiere mit Wasser aus dem eigenen Brunnen und möchten mögliche Gesundheitsrisiken ausschließen. 66 Proben werden an diesem Tag abgegeben.

Mehrere Reagenzgläser mit Wasserproben stehen in einem gelben Reagenzglasständer auf einem Tisch.

Einige Wasserproben werden noch vor Ort getestet.

Bildquelle: WDR / Julian Lang

Viele Proben werden für weitere Untersuchungen an ein Labor geschickt. Dort prüfen Experten unter anderem auf Bakterienbelastungen und Schwermetalle. Die Ergebnisse erhalten die Brunnenbesitzer in rund zwei Wochen per Post.

Ehrenamtlich im Einsatz für sauberes Wasser

Im Inneren des Labormobils arbeitet Heinz-Theo van Wickeren konzentriert an einzelnen Proben. Achtmal pro Monat ist er mit dem mobilen Labor unterwegs.

Seine Erfahrung zeigt: Viele Brunnenbesitzer lassen ihr Wasser erst untersuchen, wenn sie konkrete Zweifel an der Qualität haben. Dabei seien regelmäßige Kontrollen wichtig. Alle drei Jahre empfiehlt der Verein.

Viele Proben waren in den letzten Jahren belastet

"Es ist auffällig, dass wir insgesamt im Kreis Recklinghausen in der letzten Zeit viele Belastungen mit Bakterien festgestellt haben", erklärt van Wickeren. "So etwas wird oft durch beschädigte Abwasserrohre oder unkontrollierte Zuläufe in die Brunnen verursacht. Das lässt sich beheben - aber man muss es eben wissen. Deshalb sind solche Tests wichtig." Etwa ein Viertel der Proben in den letzten Jahren sei mit E.-Coli-Bakterien belastet gewesen.

Für Brunnenbesitzer ist das Thema besonders relevant, weil Verunreinigungen oft lange unbemerkt bleiben. Das Wasser wirkt klar und sauber, kann aber dennoch belastet sein.

Mehrere Männer stehen an einem Tisch auf einem Marktplatz, um Wasserproben aus ihren Brunnen abzugeben.

Am Labormobil des Vereins VSR-Gewässerschutz geben Brunnenbesitzer ihre Wasserproben ab.

Bildquelle: WDR / Julian Lang

Fast 500 private Brunnen im Kreis Recklinghausen

461 sogenannte "Brauchwasserbrunnen" gibt es im Kreis Recklinghausen. 27 davon in Datteln. Allerdings besteht die Anzeigepflicht für Brauchwasserbrunnen erst seit 2009. Ältere Anlagen tauchen in den Statistiken häufig gar nicht auf. Sie dienen beispielsweise zur Gartenbewässerung oder anderen technischen Zwecken.

Unsere Quellen:

  • WDR-Reporter vor Ort
  • VSR-Gewässerschutz
  • Gespräch mit Heinz-Theo van Wickeren

Sendung: WDR.de, Mobiles Labor testet Brunnenwasser in Datteln, 24.08.2026, 19:05 Uhr

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