Ahmad Abou-Chaker unterlag bei der Wahl des Vorsitzenden seinem Gegenkandidaten.

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WDR 31 Sek. Verfügbar bis 25.08.2028

Spielvereinigung Erkenschwick Ahmad Abou-Chaker scheitert bei Wahl

Stand:

Die Vorsitz-Kandidatur von Ahmad Abou-Chaker sorgte bei der Spielvereinigung Erkenschwick wochenlang für Diskussionen. Am Ende fiel das Votum deutlich aus.

Von Niko Wiedemann

Die Stimmung war angespannt, als die rund 200 Mitglieder am Dienstagabend die Stimberghalle in Oer-Erkenschwick betraten. Ihr Verein, die Spielvereinigung Erkenschwick, hatte dort eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, um nach dem Rückzug des bisherigen Vorstands um Olaf May ein neues Führungsteam zu wählen.

Erstmals zwei Kandidaten

Die Vorstandswahl hatte schon im Vorfeld für Aufregung gesorgt, denn erstmals in der Vereinsgeschichte bewarben sich gleich zwei Kandidaten um den ersten Vorsitz: Das 36-jährige Vorstandsmitglied Robert Mazurek trat gegen den 25-jährigen Ahmad Abou-Chaker an.

Die Vereinsmitglieder heben ihre Stimm-Karten.

In der Stimberghalle war am Dienstagabend jeder Platz belegt.

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Der Youngster spielt nicht nur als Torwart in der zweiten Mannschaft des Oberligisten. Er ist auch der Sohn von Arafat Abou-Chaker, dem wohl bekanntesten Mitglied der Berliner Großfamilie. Und genau das sorgte bei einigen Vereinsmitgliedern für Kopfschütteln.

Mitglieder drohten mit Vereinsaustritt

"Wenn der gewählt wird, sind wir weg - und auch die Vereinsjugend wird aufhören", sagte der Vater eines Spielers im Vorfeld der Versammlung dem WDR. Er und die anderen Eltern seien sich einig, dass der Name "Abou-Chaker" dem Ansehen des Traditionsvereins schade. Dieser dürfe sich zudem nicht finanziell von Abou-Chaker abhängig machen, der im Vorfeld große Sponsorendeals angekündigt hatte.

Andere Vereinsmitglieder konnten die Aufregung um seine Kandidatur nicht nachvollziehen. "Man sollte jedem die Chance geben, sich zur Wahl zu stellen - unabhängig von dem Namen", hielt Vereinsmitglied Ingo Wittek dagegen.

Vereinsmitglied Ingo Wittek trägt ein rotes Fan-Shirt.
"Wenn er hinter dem Verein steht und dafür sorgt, dass es aufwärts geht, ist alles gut." Ingo Wittek, Vereinsmitglied

Geschäftsführer unterstützte Abou-Chaker

Auch der amtierende Geschäftsführer des Vereins Andreas Giehl stellte sich hinter den 25-Jährigen: "Alle sachlichen Argumente verpuffen leider, weil sich alle auf den Nachnamen von Herrn Abou-Chaker konzentrieren - dabei ist er jemand, der gute Ideen und Kontakte hat."

Einigkeit bestand unter den Mitgliedern aber zumindest dahingehend, dass es eine enge "Kampfabstimmung" werden würde. Und darauf deutete auch der Applaus hin, den beide Kandidaten bekamen, nachdem sie sich und ihr Programm jeweils vorgestellt hatten.

Klares Votum für Mazurek

Abgestimmt wurde letztlich - anders als erwartet - nicht anonym und mit einem deutlichen Ergebnis: Von 186 stimmberechtigten Mitglieder stimmten nur 40 für Abou-Chaker und sein Vorstandsteam. Damit war klar, dass Robert Mazurek das Rennen gemacht hatte. "Er-Er-Erkenschwick!", schallte es durch die Halle, als das Ergebnis klar war.

Robert Mazurek lächelt in die Kamera.

Herausforderer Robert Mazurek konnte die Wahl letztlich für sich entscheiden.

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Mazurek gab sich im Anschluss der Versammlung sichtlich erleichtert: "Ich bin erstmal super happy und habe ein starkes Team an meiner Seite. Die letzten zwei Wochen waren sehr anstrengend. Deshalb bin ich froh, dass der Abend so ausgegangen ist, wie ich mir das gewünscht habe." Als erste Amtshandlung gab der neue Vorsitzende allen Anwesenden ein Bier aus.

Der unterlegene Ahmad Abou-Chaker wollte sich am Abend nicht zum Ausgang der Wahl äußern. Sein Unterstützer Andreas Giehl erklärte stellvertretend: "Das Ergebnis ist natürlich enttäuschend für Ahmad. Aber die Mehrheit hat entschieden und dem beugen wir uns natürlich. Wir wünschen unserem neuen Vorsitzenden alles Gute und viel Glück."

Unsere Quellen:

  • Eindrücke und Interviews des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, WDR Aktuell, 25.08.2026, 21:45 Uhr 

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