Professor aus dem Ruhrgebiet ist Knorpelspezialist

Lokalzeit aus Dortmund 06.03.2026 11 Min. 50 Sek. Verfügbar bis 06.03.2028 WDR Von Claudia Dolgner

Hoffnung gegen Arthrose: Knorpelspezialist operiert in Oer-Erkenschwick

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Die Krankheit Arthrose ist schmerzhaft und gilt als nicht heilbar. Prof. Dr. Wolfram Steens aus Münster ist einer der wenigen Ärzte, die eine noch relativ unbekannte Methode, die Knorpeltransplantation - im Fachjargon Chondrozytentransplantation - anwenden. Damit kann man die Gelenkkrankheit stoppen, bevor sie entsteht, sagt er.

Von Claudia Dolgner

Über einhundert Knorpeltransplantationen unternimmt Dr. Wolfram Steens jedes Jahr in der Cureon Klinik in Oer-Erkenschwick. Damit will er seine Patienten und Patientinnen vor einem weiteren Gelenkverschleiß bewahren. "Ist der Knorpel erstmal beschädigt oder ganz weg, droht eine schmerzhafte Arthrose", warnt der Orthopäde und Chirurg. Im Endstadium der Krankheit bleibe oft nur noch ein künstliches Ersatzgelenk.

Knorpel sichert die Gelenkfunktion

Knorpel ist das gleitfähige Bindegewebe, das fast alle Gelenke im menschlichen Körper bedeckt. Er sorgt dafür, dass die Gelenke sich einwandfrei bewegen können. Der Knorpel wächst nicht von selbst nach. Durch Belastung oder Verletzungen kann er sich immer weiter zurückbilden.

Extremsportler von Schmerzen geheilt

Marin Franzen aus Essen ist einer der Patienten, die sich sich dieser OP unterzogen haben. Der heute 32-jährige Extremsportler hatte 15 Jahre lang Schmerzen in der rechten Hüfte. Klassische Therapien wie Physiotherapie oder Hyaluronspritzen hatten nur kurzfristige Erfolge gebracht.

Erst die Knorpeltransplantation hat ihn endlich von seinen Schmerzen befreit. "Es ist, als hätte ich ein neues Leben. Ich bin unendlich dankbar."

Erster Schritt der Knorpeltransplantation

Ärzte im OP

Die erste OP dauert nur knapp zehn Minuten

Bildquelle: WDR / Claudia Dolgners

Die Operation geschieht meist in zwei Schritten. In einem ersten Eingriff entnimmt Dr. Wolfram Steens drei Knorpelstifte, meist aus dem Knie oder der Hüfte. Diese OP dauert nur knapp zehn Minuten, der Patient ist in Vollnarkose. Die Knorpelstückchen werden dann ins Labor geschickt, wo aus ihnen Knorpelzellen entnommen werden. Diese werden dann gezüchtet. Nach ungefähr vier Wochen haben sie sich so weit vermehrt, dass die eigentliche Transplantation stattfinden kann.

Zweiter Schritt der Knorpeltransplantation

In dieser zweiten Operation werden die Knorpelzellen dann mit einer Trägerlösung auf die defekten Knorpelstellen gegeben. Dann entwickelt sich eine gallertartige Masse, es bildet sich neuer Knorpel. Das dauert einige Monate. Nach Reha und Nachsorge können die Patienten und Patientinnen in der Regel sogar wieder Sport treiben. Abstoßungsreaktionen seien nicht zu befürchten, da es sich um körpereigenes Material handelt, so Steens.

Voraussetzung für die OP-Methode

Damit die Operation gut gelingt, braucht es allerdings ein paar Voraussetzungen. So dürfen die Erkrankten höchstens 55 Jahre alt sein. "Je älter ein Mensch ist, desto langsamer teilen sich seine Zellen. Damit wir genug Transplantationsmaterial gewinnen können, darf der Patient oder die Patientin also nicht so alt sein", erklärt der Knorpelspezialist.

Außerdem wirke die OP am besten, wenn sie so frühzeitig wie möglich durchgeführt wird. Die OP wird von den Krankenkassen getragen.

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Knorpeltransplantationen noch eher selten

Obwohl es das Verfahren schon seit fast 20 Jahren gibt, wird es immer noch eher selten durchgeführt. Es gibt nur wenige Chirurgen, die das können. "Dabei ist es weniger das handwerkliche Geschick, sondern vielmehr der unglaublich bürokratische Aufwand, der diese Methode begleitet", vermutet Dr. Steens. Die guten Erfolge sprächen seiner Ansicht nach allerdings sehr für das Verfahren.

Knorpeltransplantation in Oer-Erkenschwicker Klinik

WDR Studios NRW 06.03.2026 44 Sek. Verfügbar bis 05.03.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Gespräch mit Prof. Dr. Wolfram Steens
  • Gespräch mit Marin Franzen
  • Beobachtungen und Eindrück der WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR.de, Knorpeltransplantation in Oer-Erkenschwicker Klinik, 06.03.2026, 10:00 Uhr

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