Die Wissenschaftlerinnen schauen sich die Arbeitsabläufe in Brilon an.
Bildquelle: WDR/Katja BrinkhoffMedizinzentren unter Druck : Lohnt sich eigentlich das MVZ in Brilon?
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Wissenschaftler der Unis München und Fulda haben jetzt das MVZ in Brilon unter die Lupe genommen. Sie wollen herausfinden, wie Medizinische Versorgungszentren - also Praxen, in denen mehrere Haus- und Fachärzte arbeiten - möglichst effizient betrieben werden können.
Medizinische Versorgungszentren gibt es auf dem Land immer mehr, aber: Manche von ihnen stehen wirtschaftlich unter Druck. Das Forschungsprojekt "MfairZ" hat Ruth-Maria Rode von der Uni München und Jana Dreiocker von der Uni Fulda zusammengebracht. "Momentan ist noch völlig unerforscht, wie MVZs funktionieren," erklärt Ruth-Maria Rode. Drei Jahre haben die beiden Wissenschaftlerinnen Zeit, das zu ändern.
Ihre Pionierarbeit startet im Sauerland, im Versorgungszentrum in Brilon. Nach einem Jahr intensiver Recherche. Etwa 5000 MVZs gibt es in Deutschland in unterschiedlicher Trägerschaft. Ärzte tun sich zusammen, Krankenhäuser betreiben Versorgungszentren oder Kommunen. Wie in Brilon. Das ist selten.
Wie arbeiten Hausärzte und Chirurgen in Brilon zusammen?
Das Forschungsprojekt startet im MVZ in Brilon.
Bildquelle: WDR/Katja Brinkhoff"Wir finden auch interessant, dass hier Hausärzte und Chirurgen in einem MVZ zusammenarbeiten", begründet Jana Dreiocker, dass Brilon zu den zehn Versorgungszentren gehört, die für das Forschungsprojekt ausgewäht wurden. Vier Tage befragen die Wissenschaftlerinnen Patienten, Ärzte und Mitarbeitende.
"Uns interessieren Abläufe, Organisation, Praxisalltag", erzählt Ruth-Maria Rode. "Wie wird hier in Brilon medizinische Versorgung gelebt? Für wen ist diese Praxis da?" Das schauen sie sich im und auch außerhalb des MVZs an. Sie laufen Wege zu Apotheken ab, prüfen Barrierefeiheit, die Parksituation.
"Ein MVZ muss für jeden erreichbar sein. Besonders hier im ländlichen Raum." Ruth-Maria Rode, Forschungsprojekt "MfairZ"
Sie bewerten positiv, dass der Bürgerbus in Brilon direkt vor dem Versorgungszentrum hält. Eine wichtiges Detail. Die Anzahl der Patienten entscheidet schließlich mit darüber, ob ein MVZ wirtschaftlich ist.
Acht angestellte Ärztinnen und Ärzte kümmern sich um die Patientinnen und Patienten. Dazu über 20 Mitarbeitende. "Es läuft. Wir sind gut aufgestellt", sagt MVZ-Geschäftsführer Ludger Weber. Er begrüßt das Forschungsprojekt, "eben weil es so gut wie keine Forschung zu diesem Thema gibt."
"Wir möchten wissen, wo wir jetzt stehen und in Zukunft hin müssen." Ludger Weber, MVZ-Geschäftsführer
Erste Forschungsergebnisse fürs MVZ Brilon liegen 2028 vor
2028 sollen die Forschungsergebnisse vorliegen. Was Ruth-Maria Rode und Jana Dreiocker aus Brilon mitnehmen, verraten sie nicht. Auch nicht, welche MVZs sonst noch auf ihrer Liste stehen. Auch das alles erst 2028.
