Ein Mann schaut auf einem Bildschirm Fotos von Kindern an

Diese Woche ist der Prozess gegen den Lehrer und ehemaligen Jugendtrainer gestartet.

Bildquelle: WDR

Kinderpornografie Angeklagter Lehrer aus Kreis Olpe gibt fast alles zu

Stand:

Im Prozess um einen 54-jährigen Lehrer und ehemaligen Jugendtrainer aus dem Kreis Olpe wegen Kinderpornografie hat der Angeklagte die Vorwürfe bereits am ersten Verhandlungstag fast alle gestanden.

Die Öffentlichkeit war vom Prozess ausgeschlossen. Details zur Aussage des Angeklagten sind nicht bekannt.

Der Rechtsanwalt des Angeklagten schaut in die Kamera und spricht in ein WDR-Mikrofon
"Mein Mandant ist tief betroffen. Er hat sich geständig eingelassen und grundsätzlich alles eingeräumt." Martin Kretschmer, Verteidiger des Angeklagten

Besonders schwer wiegt der Vorwurf, dass der Mann nicht nur Dateien besessen und verbreitet, sondern auch selbst hergestellt haben soll. Zum Beispiel bei einem FKK Campingurlaub mit Freunden und deren Kindern in Kroatien. Davon geht die Richterin aus. Insgesamt fanden die Ermittler bei einer Wohnungsdurchsuchung im vergangenen Dezember über 85.000 Bilder und 5.500 Videos.

Jahrelang im Darknet unterwegs

Der Angeklagte soll seit Herbst 2020 aktives Mitglied der Plattform „Alice in Wonderland“ gewesen sein. Diese wurde im Herbst 2024 zerschlagen, danach war er offenbar auf einer weiteren Plattform aktiv. Der Umfang des sichergestellten Materials und die Dimension dieses Falles seien auch für die Ermittler ungewöhnlich gewesen, sagte ein Ermittler vor Gericht.

Im Dezember schlugen Ermittler und SEK zu

Die Ermittler hatten den Angeklagten schon länger im Visier. Im Dezember 2025 erfolgte schließlich der Zugriff in seiner Wohnung mit Unterstützung eines Spezialeinsatzkommandos. Die Ermittler stellten die vielen Datenträger sicher.

Auch Räume des Sportvereins wurden nach weiteren Beweisen durchsucht. Seit dem SEK-Einsatz sitzt der Angeklagte in Untersuchungshaft. Sein Sportverein hatte sich von ihm getrennt, nachdem die Vorwürfe bekannt geworden waren.

Bereits 2013 Ermittlungen

Gegen den Angeklagten wurde bereits im Jahr 2013 wegen des Verdachts, kinderpornografische Inhalte zu besitzen, ermittelt. Die Staatsanwaltschaft stellte dieses damalige Verfahren jedoch ein, weil sie dem heutigen Angeklagten nichts nachweisen konnten.

Ein damals befreundetes Ehepaar hatte den 54-Jährigen angezeigt. Die Beiden sollen nun im aktuellen Verfahren erneut als Zeugen aussagen.

Angeklagter Lehrer aus Kreis Olpe gibt fast alles zu

WDR 14.08.2026 00:49 Min. Verfügbar bis 13.08.2028

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Ein Urteil soll Ende August fallen. Dem Angeklagten drohen mehrere Jahre Haft.

Unsere Quellen:

  • Landgericht Siegen
  • Rechtsanwalt Martin Kretschmer
  • Recherche der WDR-Reporterin

Sendung: WDR.de, Angeklagter Lehrer aus Kreis Olpe gibt fast alles zu, 14.08.2026, 15:22 Uhr

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