Sikawild in Gehegen muss nicht getötet werden
WDR. 00:26 Min.. Verfügbar bis 22.07.2028.
Noch im Frühjahr 2026 herrschte in Südwestfalen große Unsicherheit. Viele Gehegehalter und Tierparks gingen davon aus, dass ihr Sikawild bis August 2027 getötet werden muss.
Betroffen wären unter anderem Tierparks und landwirtschaftliche Haltungen im Hochsauerlandkreis und Soester Kreis gewesen. Grundlage war die Aufnahme des Sikawildes in die EU-Liste invasiver Arten.
EU räumt Missverständnis aus
Nun haben Vertreter der Europäischen Kommission und der Bundesregierung klargestellt: Für bereits gehaltenes Sikawild besteht keine Verpflichtung zur Tötung.
Die Klarstellung erfolgte in einer von dem südwestfälischen CDU-Europaabgeordneten Dr. Peter Liese initiierten Videokonferenz mit Vertretern von EU, Bund und Land Nordrhein-Westfalen.
"Es gibt auf jeden Fall keine Verpflichtung, die Tiere zu töten. Der gesunde Menschenverstand setzt sich durch." Dr. Peter Liese, Europabgeordneter
Tierparks erhalten Perspektive
Für Einrichtungen wie den Panoramapark Sauerland sowie die Wildparks in Warstein und Völlinghausen bedeutet die neue Bewertung eine wichtige Entlastung.
Die Tiere dürfen nach derzeitiger Rechtslage weiter gehalten werden. Allerdings bleibt die Nachzucht ab August 2027 grundsätzlich untersagt.
Invasive Art trotzdem ein Problem
Ursprünglich stammt das Sikawild aus Ostasien. Die hohe Population im Arnsberger Wald sorgt für Befürchtungen, dass heimische Arten verdrängt werden könnten und der klimaangepasste Waldumbau erschwert würde.
Deshalb herrscht Einigkeit darüber, dass der Bestand des freilebenden Sikawilds eingedemmt werden muss - durch intensive Bejagung.
Auch Nachzucht soll reguliert werden
Die derzeitigen Regelungen sehen zudem auch vor, dass Nachzucht in Gehegen nicht mehr zulässig sein sollen, um auch in Gehegen die Bestände schrittweise zu reduzieren.
Die Landesregierung NRW will versuchen dafür eine Ausnahmegenehmigung zu beantragen. In allen Gehegen in NRW werden derzeit 700 Tiere gehalten.
Unsere Quellen:
- Europabüro für Südwestfalen, Münster und den Kreis Warendorf
Sendung: WDR.de, Sikawild in Gehege muss nicht getötet werden, 21.07.2026, 19:08 Uhr