Mitten im Wald liegen die weggeworfenen Essensreste.
Bildquelle: Henning Dictus / Stadt WarsteinEs ist eine Sauerei: Mitten im Warsteiner Wald liegen weggeworfene Essens- und Fleischreste. Gerade von Schweinefleisch gehe eine erhebliche Gefahr aus, sagt Henning Dictus. Er ist bei der Stadt Warstein für den Forst zuständig und hat die Reste im Wald entdeckt.
Angst vor Afrikanischer Schweinepest
Noch ist der Kreis Soest nicht akut von der Afrikanischen Schweinepest betroffen, dennoch ist die Angst vor einem Ausbruch der Krankheit groß. In dem konkreten Fall kann die Veterinärdirektorin des Kreises Dr. Martina Poppe aber Entwarnung geben: "Das Fleisch war noch verpackt. Deshalb ist eine Übertragung des Virus hier unwahrscheinlich."
Desinfektion der betroffenen Fläche
Ansonsten wäre das Fleisch auch auf Erreger und speziell auf das Virus der Afrikanischen Schweinepest im Labor untersucht worden. Der Platz, wo die Essensreste gefunden wurden, sei großflächig desinfiziert worden. Es könnte sein, dass hier der Inhalt einer kaputten Kühltruhe ausgekippt wurde.
Müll abladen ist im Wald verboten. (Symbolbild)
Bildquelle: WDR / dpa / Armin Weigel"Dass Tierkadaver oder Schlachtabfälle illegal entsorgt werden und irgendwo im Straßengraben liegen, ist gar nicht so selten", erklärt die Veterinärdirektorin dem WDR. Das Motiv sei oft klar, man wolle die Entsorgungsgebühren sparen. Die Suche nach den Tätern dagegen sei eher frustrierend und erfolglos.
Appell an Waldbesucher
Das Virus der Afrikanischen Schweinepest besitzt eine hohe Widerstandskraft. Es kann in Fleischresten, wie zum Beispiel Wurst, monatelang überleben, auch im Wald. Es stirbt weder durch Kochen noch durch Pökeln des Fleisches ab.
"Was ich in den Wald reintrage, kann ich auch wieder raustragen." Veterinärdirektorin Dr. Martina Poppe
Deshalb bitten die Stadt Warstein und das Veterinäramt des Kreises Soest eindringlich: Bitte kein Essen einfach in den Wald werfen. Entweder in einem geschlossenen Mülleimer entsorgen oder besser noch, den Müll einfach wieder mit nach Hause nehmen.
Reste locken Wildschweine an
Die gefundenen Essensreste locken Wildtiere an. Gerade Wildschweine suchen im Wald und an Parkplätzen nach Nahrung und können so infizierte Reste fressen. Das Virus ist hochansteckend und für Haus- oder Wildschweine fast immer tödlich. Für Menschen besteht keine Gefahr. Im Fall der jetzt gefundenen Speisereste im Wald bei Warstein wurde Anzeige gegen Unbekannt erstattet.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung Stadt Warstein
- Gespräch mit Dr. Martina Poppe, Veterinärdirektorin des Kreises Soest
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Sauerland, Siegerland und Südwestfalen, 18.08.2026, 13:30 Uhr