Polizisten im abgesperrten Bereich am Einsatzort

Tödliche Schüsse in Menden: Verdächtiger schon zuvor gewalttätig

Stand:

Nach den tödlichen Schüssen in Menden wird nach dem Tatverdächtigen mittlerweile mit einem europäischen Haftbefehl gefahndet. Als dringend tatverdächtig gilt der 40-jährige Mendener Kenan M. - er soll schon zuvor mit Gewalt aufgefallen sein.

Kenan M. steht unter Verdacht, am 22. August auf offener Straße einen 45-jährigen Mann durch Schüsse getötet und einen weiteren 49-jährigen Mann schwer verletzt zu haben. Mittlerweile sind weitere Details zu den Vorkommnissen bekannt. So soll der 40-jährige schon zuvor als gewalttätig aufgefallen sein.

Anzeigen wegen Gewaltdelikten

Demnach ist Kenan M. polizeibekannt. Beim Amtsgericht Menden liegt seit Anfang August eine Anklage gegen ihn vor, weil er im April ohne Grund einem Mann gegen den Kopf geschlagen und ihm ins Ohr gebissen haben soll.

Notarztwagen, Polizeiwagen und Feuerwehrwagen in Menden

Viele Rettungskräfte waren in Menden im Einsatz

Bildquelle: Alex Talash

Darüber hinaus soll er im Streit zwei weitere Personen geschlagen haben - mit der flachen Hand und mit der Faust ins Gesicht. In der Vergangenheit wurde er straffällig wegen Hehlerei und des Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Nach den tödlichen Schüssen in Menden wird Kenan M. vollendeter Totschlag, versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Nach Schüssen in Menden: Tatverdächtiger in Serbien festgenommen

WDR Studios NRW 26.11.2025 00:20 Min. Verfügbar bis 26.11.2027 WDR Online

Offenbar gab es Streit zwischen Täter und Opfern

Nach derzeitigem Ermittlungsstand war er mit zwei von ihm beauftragten Handwerkern lautstark in Streit geraten. Laut Staatsanwaltschaft hatte er dann zur Schusswaffe gegriffen und zwei Männer niedergeschossen.

Schwerverletzter außer Lebensgefahr

Ein 45-jähriger Handwerker wurde tödlich verletzt, ein 49-jähriger Mann wurde durch Schüsse in die Brust und den Oberarm schwer verletzt. Der Mann ist mittlerweile außer Lebensgefahr und konnte bereits vernommen werden.

Nach bisherigen Erkenntnissen waren die beiden Geschädigten in Begleitung eines dritten Mannes, der vom Tatort geflüchtet war. Der 32-Jährige blieb unverletzt und konnte ebenfalls ermittelt und befragt werden, so die Arnsberger Staatsanwaltschaft.

Tatverdächtiger möglicherweise bewaffnet

Die Tätersuche läuft laut Polizei weiter auf Hochtouren. Nach den Schüssen soll Kenan M. mit einem Auto weggefahren sein. Inzwischen wurde auch ein Fahndungsfoto des 40-jährigen veröffentlicht. Er ist möglicherweise bewaffnet. Im Fahndungsaufruf warnt die Polizei vor dem Mann.

Viele Hinweise, aber keine Spur

Immer wieder würden Hinweise zum möglichen Aufenthaltsort des Tatverdächtigen eingehen, aber bislang ohne Erfolg, so die Staatsanwaltschaft Arnsberg.

Da der mutmaßliche Täter gebürtig aus Montenegro stammt, sei nicht auszuschließen, dass er sich ins Ausland absetzen will. Die Fahndung läuft europaweit.

"Melden Sie sich bei Erblicken des Täters bitte umgehend bei dem polizeilichen Notruf und vermeiden eine Kontaktaufnahme mit dem Täter." Fahndungsaufruf der Polizei im Zusammenhang mit Kenan M.

Ehefrau des Tatverdächtigen wieder auf freiem Fuß

Die zunächst festgenommene 40-jährige Ehefrau des mutmaßlichen Täters ist inzwischen wieder frei - wegen fehlender Haftgründe. Sie soll nach den Schüssen mit dem Fluchtfahrzeug an den Tatort zurückgekehrt sein. Kriminaltechniker hatten Spuren an ihrem Auto gesichert. Bisher beruft sie sich auf ihr Aussageverweigerungsrecht.

Anwohner alarmierten die Polizei

Die Schüsse fielen laut Polizei Hagen am Freitagnachmittag gegen 14 Uhr im Bereich der Alten Provinzialstraße. Anwohner alarmierten daraufhin die Polizei.

Zahlreiche Rettungskräfte waren im Einsatz. Augenzeugen wurden vernommen und eine Mordkommission eingerichtet.

Unsere Quellen:

  • Informationen von WDR-Reporter
  • Staatsanwaltschaft Arnsberg
  • Polizei Hagen
  • Nachrichtenagentur dpa

Transparenzhinweis: Nach der Festnahme des Tatverdächtigen haben wir das Fahndungsfoto sowie den Nachnamen des Mannes entfernt. 

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