Der Eingang des Klinikums Lüdenscheid

Tod nach Geburt im Klinikum Lüdenscheid Anwältin erhebt schwere Vorwürfe

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Eine Frau bringt im Dezember 2024 im Klinikum Lüdenscheid eine gesunde Tochter zur Welt. Kurz darauf folgt eine Notoperation, eine Woche später ist die 26-Jährige tot. Seitdem lässt die Staatsanwaltschaft die Geschehnisse untersuchen.

Inzwischen liegt ein 38-seitiges Gutachten vor, erstellt von einem ärztlichen Sachverständigen aus der Uniklinik Minden. Es soll klären, warum die 26-jährige Mutter nach einer normal verlaufenen Geburt einen so starken Blutverlust hatte, dass sie notoperiert werden musste und ins Koma fiel.

Vorwurf: Mehrere Versäumnisse am Klinikum Lüdenscheid

Laut Staatsanwalt Michael Burggräf legt das Gutachten dem Ärzteteam im Klinikum Lüdenscheid gleich mehrere Versäumnisse zur Last. So seien der Blutdruck und der Puls der Patientin nicht überwacht worden, der Blutverlust sei nicht gemessen und es seien keine blutungshemmenden Maßnahmen eingeleitet worden.

Eine Frau lächelt in die Kamera
"Der Blutdruck wurde erstmals gemessen, als die Patientin schon fast tot war." Günel Celik, Anwältin der Hinterbliebenen

"51 zu 34" zitiert Anwältin Günel Celik den Blutdruckwert, der laut Gutachten schließlich gemessen wurde. Ein Wert, bei dem Menschen nicht mehr bei Bewusstsein sind. "Wäre der Blutdruck früher gemessen worden, hätte der starke Blutverlust viel eher auffallen müssen", sagt Celik.

Weiteres Gutachten soll offene Fragen zum Tod klären

Außerdem verfüge das Klinikum Lüdenscheid über eine interventionelle Radiologie. Hier gebe es spezielle Instrumente, mit denen Blutgefäße gezielt abgeklemmt werden könnten. Diese seien aber nicht zum Einsatz gekommen, zunächst auch keine blutstillenden Medikamente. "Laut ärztlichen Leitlinien hätte sie Medikamente gegen den Blutverlust bekommen müssen."

Anwältin Günel Celik vertritt den Ehemann der verstorbenen Frau. Für sie sind noch viele Fragen offen. Deshalb hat sie ein Ergänzungsgutachten beantragt, das Detailfragen klären soll. Dieses ist laut Staatsanwalt Michael Burggräf in Auftrag gegeben worden. Derselbe Fachmann, der schon das erste Gutachten geschrieben hat, wird sich in den kommenden Wochen noch einmal äußern.

Wird das Klinikpersonal aus Lüdenscheid angeklagt?

Kurz nach dem Tod der jungen Mutter hatte die Staatsanwaltschaft Räume im Klinikum durchsuchen und Akten beschlagnahmen lassen.

Ob es zu einer Anklage gegen das Klinikpersonal kommen wird, ist aber noch nicht entschieden. Denn das bisherige Gutachten listet zwar Versäumnisse auf. Allerdings sei nicht vollständig auszuschließen, dass die 26-Jährige auch bei optimaler Versorgung hätte sterben können. Ob das Ergänzungsgutachten andere Schlüsse zulässt, wird in einigen Wochen feststehen.

Das kleine Mädchen, das seine Mutter nur für einige Minuten im Kreissaal kennen lernen durfte, lebt bei seinem Vater.

Anwältin erhebt Vorwürfe gegen Klinikum Lüdenscheid

WDR 14.08.2026 00:29 Min. Verfügbar bis 13.08.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Günel Celik, Anwältin der Hinterbliebenen
  • Michael Burggräf, Staatsanwaltschaft Hagen

Sendung: WDR.de, Anwältin erhebt Vorwürfe gegen Klinikum Lüdenscheid, 17.08.2026, 05:02 Uhr

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