Mehr Kinder in armen Haushalten | Aktuelle Stunde
Bildquelle: dpa Picture-Alliance / Walter G. Allgöwer3 Min. 2 Sek.. Verfügbar bis 12.11.2027.
UNICEF: Kinder Alleinerziehender in NRW besonders armutsgefährdet
Stand:
Laut des neuen UNICEF-Berichts zur Lage der Kinder in Deutschland ist jedes siebte Kind armutsgefährdet. Hier in NRW kommt noch ein weiteres Kriterium hinzu, das das Risiko für Kinder deutlich erhöht, in Armut aufzuwachsen: Der Haushaltstyp.
So haben Kinder, die bei alleinerziehenden Eltern oder in Familien mit drei oder mehr Kindern aufwachsen, deutschlandweit das höchste Armutsrisiko. Laut des Berichts betrifft das fast jedes zweite Kind, das in NRW unter diesen Voraussetzungen aufwächst, so viele wie in keinem anderen Bundesland.
Fast jedes 10. Kind lebt in Armut
Anlass zur Sorge gibt die Statistik, das inzwischen fast jedes zehnte Kind unter 18 Jahren in Deutschland Armut in seinem Alltag erlebt. Insgesamt betrifft das deutschlandweit rund 1,3 Millionen Kinder. Heißt konkret: Diesen Kindern fehlen teilweise vollwertige Mahlzeiten, die Wohnung ist zu klein und auch zu kalt, weil die Eltern die Heizkosten nicht zahlen können und oft ist nicht mal ein zweites Paar Schuhe im Schrank. Das alles wirkt sich dann auch auf die Freizeit der Kinder aus: Sie lesen seltener Bücher, treiben weniger Sport und treffen weniger Freunde als nicht-armutsgefährdete Kinder.
Positiver Trend: Jugendkriminalität gesunken
Es gibt aber auch gute Nachrichten in dem UNICEF-Bericht: Die Jugendkriminalität ist seit 2009 deutlich gesunken und hatte sich bis zu Beginn der Corona-Pandemie halbiert. Seitdem ist die Kriminalität bei unter 14-Jährigen aber wieder etwas gestiegen.
Außerdem stellt das Kinderhilfswerk fest, dass viele Eltern sich aktiv bei der Lernentwicklung ihrer Kinder einsetzen. So lesen 85 Prozent der Eltern täglich oder mehrmals pro Woche ihren Kindern vor. Bei Eltern mit niedrigem Bildungshintergrund oder in Armut liegt der Anteil bei rund 70 Prozent.
Sieben-Punkte-Plan mit Lösungsvorschlägen
Um die Situation in NRW und Deutschland zu verbessern, hat UNICEF einen Sieben-Punkte-Plan mit Lösungsvorschlägen erarbeitet. Dort nimmt UNICEF zuallererst die öffentliche Hand in die Pflicht, also die Politik und den Staat. Der soll vor allem dort mit Geld unterstützen, wo benachteiligte Kinder am besten erreicht werden: Bei der Bildung. Es soll zum Beispiel am besten gezielt in Schulen investiert werden, die viele sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler haben.
Für die Eltern auf der anderen Seite müsse die Antragstellung für Sozialleistungen deutlich vereinfacht werden, weil oft zu viele daran scheitern. Außerdem fordert UNICEF vom Arbeitsministerium, das Existenzminimum nochmal neu zu berechnen. Also wie viel Haushaltseinkommen benötigen Kinder und ihre Familien, um nicht unter der Armutsschwelle leben zu müssen. Dieser fehlende Betrag soll dann bei betroffenen Familien dazu geschossen werden.
Und damit auch die Kinder besser gehört werden, sollen Kinderbeauftrage auf Bundes- und Länderebene eingesetzt werden, an die sich die benachteiligten Kinder direkt wenden können.
Unsere Quelle:
- UNICEF Deutschland
13 Kommentare
Kommentar 13: Martina Pesch schreibt am 14.11.2025, 09:01 Uhr :
Ich verstehe nicht, wie sich sozialschwache Menschen einen oder mehrere Hunde leisten können. Wie oft kann man das sehen. Kein Wunder, dass in diesen Familien Kinder nur noch Spagetti mit Tomatensosse und kein Pausenbrot für die Schule bekommen, nur noch vor dem Fernseher abhängen, weil keine Lust bzw. Zeit seitens der Eltern vorherrscht. Ich wäre dafür, diesen Familien das Halten von Hunden nicht zu erlauben, zum Wohle der Kinder.
Antwort von Brigitta S, , geschrieben am 14.11.2025, 10:55 Uhr :
@Martina Pesch, dass nicht erlauben einen Hund zuhalten, wäre nicht gut für Kinder, wenn sie tierliebend sind. Ein Verbot darüber sollte undiskutabel sein. „Mehrere Hunde“ halten bei sozialschwachen Menschen, ja das finde ich bei ihnen nicht wirklich gut, wenn es für Kinder zum Frühstück und Pausenbrot deswegen nicht mehr reicht. Da ist die Kinderliebe arg im Hintertreffen.
Kommentar 12: Nata schreibt am 13.11.2025, 20:57 Uhr :
Wenn ärmere Haushalte und Alleinerziehende ein Risiko sind, dann muss man sie halt regelmäßig kontrollieren. Zum Beispiel könnte man regelmäßig Mitarbeiter der Stadt zu ihnen in die Wohnung schicken. Ironie Off Nein, genau das ist meiner Meinung nach der falsche Weg. Auch wenn viele Menschen genau das für richtig halten. Es muss natürlich an erster Stelle etwas gegen die Armut und soziale Spaltung getan werden. Z.b könnte eine Kindergrundsicherung helfen oder auch langfristig niedrigere Mieten, durch mehr sozialen Wohnungsbau. Gleichzeitig ist es auch wichtig, dass es Freizeitangebote gibt, die allen Kindern offen stehen. Sie können städtisch sein oder es können Teilnahmekosten übernommen werden, für Familien mit geringem Einkommen. Die Idee von Ursula Van der Leyen, alle Eltern zu screenen und Risikofaktoren zu suchen und ihnen dann regelmäßig städtische Mitarbeiter in die Wohnung zu schicken, wird die soziale Teilhabe von Kindern aus ärmeren Familien noch weiter verschlechtern.
Kommentar 11: Franziska 1 schreibt am 13.11.2025, 20:40 Uhr :
Ich lese, dass Frauen mit der Diskussion nicht zufrieden sind, als würde man über sie "persönlich kritisieren". Bitte seht es nicht so, ich bin überzeugt keiner wil hier verletzen, falls euch die Armut betrifft. Es ist halt so, dass nicht jede Frau einen Kurs belegt hat zur Haushaltswirtschafterin. Vermutlich zahlen viele mit einer Bankkarte, verlieren den Überblick über das "Haben"darüber, wenn sie nicht zuhause Buch führen. Der Monat kann lang sein, wenn keine Kontrolle ist. In eine Schuldenfalle kann jeder kommen wenn er eine Ratenabzahlung zu leisten hat und sie als bequem sieht. Für Kinder tut man alles? Ist OK, aber nicht, wenn man den Haushaltetat nicht vorab gut durchplant und am Ende vom Monat fehlt die Grundversorgung für alle Mägen. Warum soll die Mutter hungern, wenn das Geld ausgeht, evtl. unnötige Dinge für Kinder wichtiger waren? Ich wünsche jeder armen Familie, dass die Politik sagt, ja die Preise, die Kosten sind zu hoch wir werden der Armut die MwSt. runtersetzen.
Kommentar 10: Mensch schreibt am 13.11.2025, 16:39 Uhr :
Es gehören immer zwei dazu Mama und Papa. Kinder brauchen Eltern... Keine nackte Haut oder Erklärungen warum wieso weshalb, Erfahrung möchte man selber erleben. Es bringt nichts darüber zu streiten ihr müsst einsehen das der Mann und die Frau das Kind auf die Welt bringen. Das heißt es ist genau wie Vater und Mutter.... Gene nennt man das. Wenn man das aber gar nicht respektiert. Dann passiert genau das!! Das Kind darf kein Kind mehr sein! Schade
Kommentar 9: Kerstin A. schreibt am 13.11.2025, 16:15 Uhr :
Wenn ich die anderen Kommentare hier lese, graut es mir doch sehr. Also ob die meisten Eltern nicht alles für ihre Kinder tun würden. Und dann am Ende des Monats halt nicht mehr viel Essen, damit noch etwas für die Kinder über bleibt. Die Mehrheit der Eltern hat sich nämlich für ihre Kinder entscheiden, aber in Armut fallen, kann wirklich jeder/jedem passieren.
Kommentar 8: Marlies König schreibt am 13.11.2025, 16:08 Uhr :
Ich finde die anderen Kommentare unmöglich. Wie kommen Sie darauf, dass die Sozialleistungen für Kinder ausreichend sind? Schonmal versucht davon mit Kind zu leben? Oder eine Arbeit zu finden, wenn ständig die Kita Notbetreuung hat? Und in wen sollte der Staat denn investieren, wenn nicht in die Zukunft, also die Kinder?! Und wie kommen sie darauf es besser zu wissen als UNICEF? Es ist wissenschaftlich belegt(gerne dazu einschlägige Studien googeln), dass es eben nicht reicht. Sobald die Waschmaschine oder sonst irgendwas kaputt geht, ist kein Geld mehr für Essen da. Oder man kann nur auf die Tafel vertrauen. Das ist doch sehr traurig für ein reiches Land wie Deutschland.
Antwort von Brigitta S. , geschrieben am 13.11.2025, 17:09 Uhr :
Die "absolute Armut" lebt noch immer ohne Waschmaschine in den ärmsten Ländern der Welt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es bei dem Problem in Deutschland: "Sobald die Waschmaschine oder sonst irgendwas kaputt geht, ist kein Geld mehr für Essen da" und Ämter in Deutschland den armen Familien nicht helfen.
Kommentar 7: Marie schreibt am 13.11.2025, 15:53 Uhr :
Die Kommentare hier sind sehr einseitig, ich arbeite täglich mit Kindern und kenne viele alleinerziehende Mütter. Da Frauen immernoch weniger verdienen und klassische Frauenberufe oft auch nicht sonderlich gut bezahlt sind, mal abgesehen von der unbezahlten Carearbeit, entstehen große Probleme. Die Frauen sind überlastet, das Geld geht für hohe Mieten drauf usw. Es gibt nicht nur "Sozialschmarotzer", sondern wirklich Familien die ums Überleben kämpfen.
Kommentar 6: Cordula schreibt am 13.11.2025, 14:47 Uhr :
Wenn ich das immer höre…mein Mann zahlt sehr viel Unterhalt. Unsere gemeinsamen 4 Kinder haben immer sehr dafür zurück gesteckt und deshalb gibt es auch keinen Kontakt. Ich habe immer ein Jahr nach der Geburt wieder meine Arbeit aufgenommen und mein Mann hat viel gearbeitet. Urlaube usw. Konnten wir uns nicht leisten und in der Weihnachtszeit kamen immer die Briefe aus Holstein. Mit voller Absicht. Ich hoffe auf Gerechtigkeit. Die ehemalige Frau hat sich extra scheiden lassen, damit sie Unterhalt bekommt und sämtliche Leistungen aus der Sozialkasse. Die Alleinerziehenden sind nicht immer allein und so arm, wie sie tun. Familien sind arm und werden nicht unterstützt und alleinerziehende Frauen werden gefeiert. Von den Männern spricht auch niemand.
Kommentar 5: Franziska 1 schreibt am 13.11.2025, 14:09 Uhr :
Wenn die echte Armut weiter ansteigt, dann würde sie zum Massenproblem werden und nicht nur für die Kinder. Armut trifft meist die Welt der Menschen, wo eine Bildung nicht ernst genommen wird und sich lieber in die Armut versetzt. Ihre Lebensqualität für die Zukunft kann verbessert werden. Es wird allerdings immer so sein, dass Familien für ihre Kinder mehr Geld haben bei einem guten Einkommen, als diejenigen die sich meist auf den Staat verlassen das er alles für sie finanziert. Auf die gleiche Stufe der Besserverdiener kommen sie nie ohne eigene Mithilfe. Die Weltbank stuft „als absolut arm“ ein, wer weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag zum Leben hat, was ca. 40 Prozent der Bevölkerung südlich von Nairobi entspricht. Eine absolute Armut - Feststellung ist in DE nicht vorhanden. Corona-Pandemie wird als Vorwand genommen, wegen der Armut in DE die ihren Höhenpunkt begeht? Ich bin überzeugt, es ist der UKR- Krieg, wobei die Energiekrise alle erinnern sollte, mit Verzicht zu leben.
Kommentar 4: Brigitta S. schreibt am 13.11.2025, 11:59 Uhr :
„Diesen Kindern fehlen vollwertige Mahlzeiten, die Wohnung ist zu klein, zu kalt, weil die Eltern die Heizkosten nicht zahlen können, oft ist nicht mal ein zweites Paar Schuhe im Schrank“. Zitat gekürzt. Wenn das Risiko für Kinder deutlich erhöht ist, so dramatisch wie oben festgestellt die Armut ist. Daran ist nur der Staat schuld? Eltern, Alleinerziehende, wer nimmt sie in die Pflicht, denn Kindern vollwertige Mahlzeiten zurichten? Dazu muss man keine Luxus- Artikel kaufen, wer kauft 100 % nur Biowaren? Wer so in Armut lebt, meldet er sich nicht bei Ämtern? Hier mixt man Armutsprobleme zusammen, wobei der Staat einzeln Hilfe anbietet. Wohnungsprobleme haben viele, da spricht keiner von Armut - Verlust. Die Hilfe vom Staat ist nur ein Tropfen Wasser auf den Stein der Probleme? Für ein zweites Paar Schuhe im Schrank, verweigert der Staat nicht die Hilfe. Es gibt Eltern die können mit Geldhilfe nicht umgehen und geben es aus für unnötige Dinge und die Kinder müssen mit Armut leiden.
Kommentar 3: Maria Evers schreibt am 13.11.2025, 10:12 Uhr :
Steuerhinterziehung mit Hilfe der Lobbyisten leicht gemacht ! Weltretten an der Realität vorbei, das muss geändert werden ! Nur das darf man ja nicht äußern ! - Zurück in die Realität ist angesagt !!